alles schön kopiert? – reader versus informationskompetenz

ein buch

ein buch

ein thema, das mir bereits eine weile unter den nägeln brennt sind reader oder handapparate im studium. mich interessiert dabei an dieser stelle nicht die frage nach den urheber_innenrechten oder den druckkosten der digitalisate, sondern die auswirkung der readerkultur für die student_innen.

sicherlich ist es für die studierenden besonders schön und bequem, wenn lehrende die grundlagentexte für die seminare bereits an einem ort (reader oder digitaler handapperat) zur verfügung stellen. doch frage ich mich dabei: wann sollen studierende lernen literatur zu suchen, wenn bereits alle texte kopiert vorhanden sind?

das diese bereitstellung von texten nicht ohne wirkung bleibt, belegt u.a. der artikel “Ärger mit Druck- und Kopierkosten : Geschichtsstudenten erhalten Geld zurück” von judith holland in der heutigen ausgabe der nürnberger zeitung.

Außerdem beklagt Kiefhaber die hohen Kosten für Tinte und Papier. Dazu kommen die Schwierigkeiten, die Texte im Internet zu finden. Wenn er sich den Stoff hingegen selbst aus den Büchern der Bibliotheken kopiert, ist dies für ihn mit einem enormen Mehraufwand verbunden.

Patrick Steib, der Soziologie und Kunstgeschichte studiert, findet die Situation ebenfalls beklagenswert: «Unter der Mehrarbeit für Studenten leidet der Lernerfolg, weil man sich wegen des höheren Aufwands weniger Texte besorgen und damit auch lesen kann.»

Recherche am Computer

Recherche am Computer

scheinbar verbinden die  im artikel zitierten studierenden, das tägliche wissenschaftliche geschäft der informationsrecherche, lediglich mit einem enormen mehraufwand und negativen auswirkungen auf ihre  lernerfolge.

an dieser stelle sind lehrende und mitarbeiter_innen von bibliotheken besonders gefragt, um zum beispiel seminar- und themenbezogene recherchekurse anzubieten und so die lust und freude am finden von informationen zu vermitteln und aufzuzeigen, dass recherche durchaus mit lernerfolgen zusammen zu denken ist. ohne die vermittlung von informationskompetenz sind die studierenden auch in ihren ma- oder ba-arbeiten nicht in der lage die notwendige literatur zu finden, zu bewerten und zu verarbeiten.

ein einfaches szenario wäre z.b. die aufgabe für die studierenden zu einem thema des seminars selbstständig informationen zu suchen und diese kurz vorzustellen und zu bewerten. diese seminarsitzung könnte durch eine_n fachbibliothekar_in unterstützt werden, die auf vorhandene linksammlungen hinweist und ganz nebenbei ein paar grundlagen des recherchierens vermittelt.

was meint ihr zum einsatz von readern im studium?

gepackt vom twitterfieber – jetzt zwitschert auch danilola

ein jahr habe ich erfolgreich versucht dem netzwerk und microblogging angebot twitter aus dem weg zu gehen.

wer zwitschert da?

wer zwitschert da?

und nun hat mich das gezwitscher oder besser das twitterfieber gepackt.

erst einmal habe ich twitterfox und mein ubuntu mit einer erweiterung für twitter ausgerüstet. die suchmaschine twitter search in meinen browser eingearbeitet, den blog tweetnews abonniert und nun nix wie rein ins gezwitscher.

nach den ersten tagen meines folgens und gefolgtwerdens bin ich einfach begeistert, wie einfach sich informationen in nur 140 zeichen austauschen lassen. ich freue mich besonders, dass ich viele menschen aus meinen anderen sozialen netzwerken auch bei twitter getroffen habe und ich so den kontakt intensivieren kann. :-)

das angebot an twitteranwendungen ist fast nicht mehr zu überschauen. und mit tweet fashion kann ich sogar auf meiner kleidung oder meiner teetasse einladen meinem getwitter zu folgen. eins dieser t-shirts kann ich mit etwas glück durch diesen beitrag bei tweetnews gewinnen. ;-)

nikolaus german lobt google (buchsuche) im deutschlandradio kultur

anti-Google campaign

anti-Google campaign

das passt ja wieder. nächste woche darf ich ein referat zum digitaliserungsprojekt von google und der damit verbundenen zusammenarbeit mit einigen bibliotheken halten und im politischen feuilleton des deutschlandradios kultur bringt nikolaus german gestern unter der überschrift “internet, wissen und und globales bewußtsein” eine lobeshymne auf die google buchsuche.

Internet, Wissen und globales Bewusstsein Von Nikolaus German (mp3)

Google avanciert mit diesem gigantischen Projekt wohl zum größten Kultur- und Wissensvermittler unserer Zeit. Ob in Tokio oder Mecklenburg-Vorpommern – überall wo Menschen online sind, können sie sich künftig per Mausklick mittelalterliche Prachthandschriften ins Haus holen, oder die Werke von Leibniz oder Goethe – vollständig und, wie gesagt – kostenlos. Ein grandioses kulturelles Unternehmen.

leider verliert nikolas german kein wort über die monopolstellung von google oder über die vertragliche  intransparenz des digitalisierungsprojektes. es fällt natürlich auch kein wort zu bestehenden projekten, die ebenfalls an der digitalisierung von kulturgütern arbeiten. schade – chance vertan. nein nicht nur das – der autor vergleicht die wikipedia mit dem unternehmen google und führt aus:

Auch Google will allen Menschen das Wissen der Welt kostenlos zugänglich machen.

Just Expressing Her Opinio

Just Expressing Her Opinio

nun ja – hier drei einführende literaturtipps für den autor dieses beitrags, um so in die lage versetzt zu sein den nächsten radiobeitrag vorzubereiten:

  • Jean-Noël Jeanneney: Googles Herausforderung : für eine europäische Bibliothek. Berlin 2005
  • Gerald Reischl: Die Google Falle: die unkontrollierte Weltmacht im Internet. Wien 2008
  • Ralf Kaufmann; Veit Siegenheim: Die Google-Ökonomie: wie Google die Wirtschaft verändert. Düsseldorf 2007

berlin-science ein testbericht zum neuen wissenschaftsportal berlins

in der gestrigen ausgabe der taz wurde im berlinteil der zeitung unter der rubrik … und sonst auf die eine “neue Suchmaschine” hingewiesen, die “Orientierung in der Berliner Welt der Wissenschaft ermöglicht”.

auf der homepage von berlin-science finden wir dann, worum es bei dem wissenschaftsportal und der marke “BERLIN Science” gehen soll.

Das Wissenschaftsportal BERLIN SCIENCES hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Vielfalt und Dichte der Berliner Wissenschaft zu präsentieren, zu bündeln und zu strukturieren. Wichtigste Prämisse ist die Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Die Berliner Wissenschaft soll für Vertreter der Wissenschaft und der Wirtschaft sowie für alle Wissenschaftsinteressierten gleichermaßen erlebbar werden. Sie erfahren auf diesen Seiten Wissenswertes zu den Einrichtungen und Projekten, aber vor allem auch zu den Menschen, die die Berliner Wissenschaft auszeichnen. (Quelle)

in der navigation finden wir folgende unterteilungen:

screensot Berlin Science

screensot Berlin Science

mich interessiert vor allem der navigator, da ich dort hoffe,

[...] einen Überblick über die wissenschaftlichen Einrichtungen Berlins [zu erhalten].

Der BERLIN SCIENCES Navigator informiert Sie über die Struktur und die Kompetenzen der Berliner Wissenschaftslandschaft und bietet Ihnen verschiedene Recherchemöglichkeiten: (Quelle)

also frisch gewagt und als erstes nach “bibliothekswissenschaft” gesucht. hier das ergebnis: “Ihre Suchanfrage ergab leider keine Treffer!”

vergebliche suche

vergebliche suche

nun da ich noch ein anderes fach studiere, suchte ich im “Recherche- und Informationsservice durch die Berliner Wissenschaft” nach “gender studies”. auch dies führte zu keinem ergebnis. der eintrag “geschlechterforschung” im suchfeld brachte mich immerhin auf folgende drei ergebnisse: bibliothek der zfe (freie universität), zfe (fu) und zifg (technische universität). nur vom zentrum für transdisziplinäre geschlechterstudien keine spur. oh – ich versuche es nun einmal mit dem suchbegriff “geschlechterstudien”. und siehe da ich bekomme ein ergebnis. mensch muss bei diesem portal scheinbar ganz genau wissen, was gesucht wird.

wie bei den anderen suchergebnissen wird neben der anschrift und einem link auf die einrichtungen nichts, aber auch gar nichts weiteres über die forschungseinrichtungen veraten.

ergebnis und nun?

ergebnis und nun?

im grußwort des geschäftsführers rené gurka der berlin partner gmbh, die für dieses portal verantwortlich ist, lässt sich folgende aussage finden:

Wissenschaft in Berlin – das ist ein Pfund, mit dem wir für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin wuchern wollen. Wir wollen aus dem geballten Wissen, das hier Tag für Tag erarbeitet und erforscht wird, Arbeitsplätze schaffen und die Wertschöpfung steigern. Wir wollen aber auch die Leistungen der Berliner Wissenschaft einem breiten Publikum bekannt machen und die Marke “BERLIN SCIENCES” prägen. Deshalb betreibt Berlin Partner mit Nachdruck das Projekt Wissenschaftsmarketing. Die Marke “BERLIN SCIENCES” und das gleichnamige Internet-Portal sind der Kern dieses Projekts.

und unter dem punkt making of lese ich

Zukünftig kann sich der Besucher auf dem Portal einen Überblick über die gesamte Wissenschaftslandschaft Berlins verschaffen. Die Suche nach der gewünschten Einrichtung oder Abteilung wird dabei ebenso möglich sein wie die direkte Kontaktaufnahme zum jeweiligen Ansprechpartner. (Quelle)

es fehlt also nicht an guten vorsätzen der marke. was aber fehlt sind:

  • eine ordentlich gefütterte datenbank
  • eine sinnvolle verschlagwortung (tags)
  • eine intensive mit- und zuarbeit der wissenschaftlichen einrichtungen
  • dem kalender ein rss-feed
  • und der ganzen plattform eine möglichkeit zum öffentlichen feedback.

soweit so gut ich habe mir in meinem kalender eingetragen, dass ich mir die plattform in einem halben jahr noch einmal ansehe und schaue, was sich dort verändern wird. bis dahin schlummert dieses internetangebot in der kategorie “nichtsinnvollen internet projekte” in meinen lesezeichen dahin.

ps: unter der suche nach informationswissenschaft findet sich dann auch das ibi, welches aber unter der suche nach “ibi” nicht angezeigt wird ;-) .

adventskalender der genderbibliothek bietet infos zur recherche in der frauen- und geschlechterforschung

weihnachtsfrau am compi unter freier lizenz von kritzel und mari*us

weihnachtsfrau am compi unter freier lizenz von kritzel und mari*us

die genderbibliothek des zentrums für transdisziplinäre geschlechterstudien startet am heutigen 1. dezember 2008 mit einem eigenen adventskalender.

Jeden Tag werden wir ein Mittel vorstellen, was sich für die Recherche von Fragen in unserem Gebiet eignet. Davon wird (hoffentlich) schon einiges einigen bekannt sein, aber auch anderes (hoffentlich) noch neu. Jeweils zu den drei Adventswochenenden werden wir unseren Tipp mit einer Recherchefrage koppeln.

neben dem kennenlernen von neuen recherchequellen und aktuellen themen rund um die geschlechterforschung gibt es zusätzlich auch etwas zu gewinnen.

Unser Adventskalender hat einen Hintersinn: Advent ist die Zeit der Vorbereitung auf eine Ankunft – in unserem Falle die Ankunft im Land der Bibliotheken und Archive. Mit den speziellen Recherchemitteln lässt sich viel besser ankommen und auskommen als ohne. … Und vielleicht werden wir auch sehen, ob und welche Mittel noch fehlen.

im ersten fenster des weihnachtlichen kalenders ging es um zeitschriften für die frauen- und geschlechterforschung.

ein hoch auf kritzel und mari*us, die das logo zur aktion entworfen haben.

google chrome – statt glänzendem chrom nur rostiger schrott

screenshot google chrome

neuer browser nur für windows

nach der heutigen aufregung in der blogosphäre (übersicht bei rivva), wollte ich mir den neuen browser des internet-kraken einmal etwas genauer ansehen. doch beim versuch den browser zu laden, stellte ich überrascht fest, dass google chrome schrott nur für windows konzipiert wurde. user_innen von apple und linux bleiben wieder einmal außen vor.

tux in zürich von cavorite (flickr)

neben der großspurigen ankündigung, dass sich der neue browser durch besonders “hohe nutzer[_innen]freundlichkeit” auszeichnen soll, finden wir in der erklärung, warum google einen eigenen browser konzipiert hat folgende erklärung:

Wir verdanken einen Großteil unserer Arbeit vielen verschiedenen Open Source-Projekten, denn einige der Komponenten von Google Chrome stammen u.a. aus dem WebKit von Apple oder von Mozilla Firefox. Wir möchten diesen Weg weiter gehen und in diesem Sinne steht auch der Google Chrome-Code für alle zur freien Verfügung. Wir möchten die Zusammenarbeit mit der Web-Community fortführen, um Entwicklungen im Web voranzutreiben.

ja nehmen ist eben doch besser als geben. google bedient sich der arbeit der freien software communitiy und gibt dann genau den nutzer_innen von windowsprodukten einen neuen browser in die hand. fazit: :-( na da haben sich ja zwei gefunden.

[nachtrag: erste und sehr unterschiedliche einschätzungen des browsers finden sich bei heise online, im @ web suchmaschienen blog, bei standard tolleranz maschiene und im googlewatchblog sowie in der tagesschau.]

suchmaschine selbstgemacht: die minisuchmaschine zur geschlechterforschung wird 500

durch die indizierung der homepage der american library association gay, lesbian, bisexual, and transgendered round table konnte ich heute die 500. seite in den minisucher der geschlechterforschung einarbeiten. ziel dieses projektes ist es, alle wichtigen deutschsprachigen seiten für die geschlechterforschung / gender studies (forschungseinrichtungen, magazine, zeitschriften, weblogs, projekte, texte, …) und einige, mir wichtig erscheindende, englischsprachige seiten als ergänzung zu indizieren und von einem punkt aus durchsuchbar zu machen.

in meinem del.icio.us habe durch die verwendung des tags “gendercrawl” alle 500 indizierten seiten nachgewiesen. falls etwas fehlen sollte, bin ich für hinweise hier im kommentarteil oder als linkempfehlung bei del.icio.us dankbar. :-)

die minisuchmaschine der geschlechterforschung gehört zu den bisher 88 minisuchern im suchmaschinenprojekt opencrawl. das opencrawl-projekt bietet seit 2006 eine einfache möglichkeit eine eigene thematische suchmaschine auf den weg zu bringen. soweit ich das bisher überblicken kann, sind noch keine bibliothekarischen minisucher auf den weg gebracht worden. aber mitmachen ist kein problem. ein minisucher zum thema bibliothek 2.0 wäre sicher etwas feines. ;-)

ich seh’ den wald vor bäumen nicht – suchdienst pflanzt bäume für suchanfragen

bei san&carlchen habe ich einen hinweis auf eine suchmaschine entdeckt, die ich hier unbedingt erwähnen muss.

Für jeweils 1.000 Suchanfragen über Ecocho setzen wir ein Gegengewicht zum Ausgleich für bis zu einer Tonne Treibhausgase. Wir tun dies, indem wir 2 Bäume durch Werbung auf der Webseite sponsern.

eine hübsche idee, die für mich das zeug hat, eine ernst zunehmende alternative zu anderen kommerziellen suchdiensten zu sein. die suchergebnisse von ecocho werden über yahoo gesucht und angezeigt. und die möglichkeit auf einen schwarzen bildschirm umzuschalten spart noch dazu strom. :-) ich probiere die suchmaschine in den nächsten tagen einmal aus. hier finden sich einige der bisher ca. 5.112 gesuchten bäume.

ich werde jetzt erst einmal etwas zu web 2.0 und lernen “ecochoen”, da ich gleich mit mari*us einen workshop mit dem titel “bibi bloggt: web 2.0 ist keien hexerei” anbieten werde.

wohin? – podcast goes lyrik und frau vetter

san&carlchen haben gemeinsam mit einer gastpodcaster_in zu dem gedicht
"wohin" ein tolles audiopodcast erstellt. ich hoffe, dass wird eine kleine podcastreihe ;-) .

wer sich beim warten auf das nächste hörstück etwas die zeit vertreiben will, kann im audio portal freier radios nach anderen tollen hörgenüssen recherchieren. bei meiner suche nach hörspielen fand ich das hörspiel "frau vetter" von Petra Magdalena Kammerer, Andreas Panitz, Ed Schmitt (München, 2002).

und hier die beiden hörstücke:

dritte interviewpartner_in für den film: Margit Hauser

gestern konnte ich margit hauser für die mitwirkung an meinem magistraprojekt gewinnen. margit hauser ist aktive mitfrau im "Verein zur Förderung und Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich " und mitarbeiter_in des wiener archivs für frauen- und lesbenbewegung stichwort und wird mir für fragen nach der verwendung feministischer thesauri und für fragen nach den projekten und kozepten eigenständiger bibliotheks- und archiveinrichtungen für frauen- und lesben zur verfügung stehen.

ich freue mich besonders auf dieses interview, da margit hauser im archiv stichwort für die recherchekurse zur feministischen onlinerecherche verantwortlich ist. hoffentlich bleibt etwas zeit sich zu den kursen auszutauschen. :-)

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