weihnachten ganz ohne fleisch – denn tofu liebt auch dich und dich

ich weiß, dass es den meisten konsument_innen egal ist, dass ein fleischskandal dem nächsten die klinke in die hand gibt und das die ökologischen auswirkungen vom fleischverbrauch zu gern geleugnet werden. aber trotzdem hier ein hinweis auf ein tolles video und eine liebeserklärung an TOFU.

roland miller fertige 2007 im rahmen der diplomarbeit ” kommunikationsideen für eine bessere welt mit tofu” den folgenden gelungenen videoclip an:

tofu liebt dich

tofu liebt dich

auf der seite “tofy loves you” findet ihr darüber hinaus die texte zum video,  das video und ein tofuspiel zum zeitvertreib.

wer noch nicht weiß, was an den kommenden feiertagen in der röhre und den pfannen zubereitet werden soll und es mit dem TOFU probieren möchte, kann sich auf den folgenden seiten rezepte besorgen:

ich persönlich bevorzuge neben tofu als festbraten den pilzbraten von wheaty, der wirklich sehr lecker ist.

ps. danke an susi für den videohinweis  ;-)

crocs e(in)e gefahr ?: der angriff der killer-rolltreppen

crocs - juggling in pink ejc karlsruhe 2008

die 2002 entwickelten crocs sind die bunten modeschuhe des sommers 2008 und haben auch das potential zum winterschuh. doch nicht nur das aussehen der in 26 farben erhältlichen plastikschuhe scheidet die geister.

in österreich wurde das tragen, des 2006 in den usa zum schuh des jahres gekürten schuhwerks, für das pflegepersonal in krankenhäusern wegen der gefahr der elektrostatischen statischen aufladung verboten. doch auch hierfür bietet der trendschuh eine lösung: dem “crocsentlader” “safeclip“.

der schuh stand im verdacht gesundheitsschädlich zu sein. auch diese bedenken scheinen nach einem test durch ökotest und einem video des ndr aus dem weg geräumt.

inzwischen mausert sich der ursprünglich als boots- und strandschuh gedachte schuh zum laufschuh beim new york marathon.

trotz der geglückten  abwehr aller befürchtungen und angriffe, sehen sich die crocs einer neuen gefahr ausgesetzt.

Escalator Cleaning by pmorgan (flickr)

radikale crocs gegener_innen haben scheinbar die rolltreppen für ihren kampf gegen die bunten schuhe gewonnen. und nun greifen die fahrenden treppen das beliebte plastikschuhwerk an. so könnte es jedenfalls gedeutet werden, wenn der spiegel online am 13.08.2008 titelt “schuhalarm an us-flughafen: rolltreppe frisst crocs“. weiter schreibt der spiegel:

Vorsicht, gefährliche Gummischuhe: In U-Bahn-Stationen und auf einem Flughafen in den USA werden die Benutzer von Rolltreppen neuerdings vor dem Betreten mit Crocs gewarnt. In Atlanta  verletzten sich Kinder, weil sie mit den weichen Schuhen in der Rolltreppe festklemmten.

dabei verkennt der spiegel die tatsächliche gefahr. diese geht nicht vom schuh, sondern von der rolltreppe aus. im artikel finden wir bereits erste hinweise auf diese gefahrenquelle:

Unfälle mit Rolltreppen gebe es seit mehr als 40 Jahren – weit länger, als es Crocs gebe, wird Unternehmenschef Ron Snyder in der Mitteilung zitiert. Der Schuhhersteller werde sich dafür einsetzen, dass Sicherheits- bestimmungen für die Herstellung, Einrichtung und Wartung von Rolltreppen geändert werden.

in ihrer dissertation “Die Rolltreppe. Kulturwissenschaftliche Studien zu einem mechanisch erschlossenen Zwischenraum” schreibt andrea mihm in ihrem 3. kapitel über die “fahrtreppen als gefahrenquellen” und weist gleich am anfang des kapitels auf frühere unfälle mit gummistiefeln und plastikschuhen hin (vgl. andrea mihm; s. 286). außerdem zeigt sie auf, dass es, trotz vielfältiger sicherungen keine absolute sicherheit beim benutzen der rolltreppe gibt (vgl. ebd.; s.292).

Die für den Benutzer in aller Regel gut sichtbaren Notschalter etwa machen deutlich, dass die Rolltreppe keineswegs nur Transportmittel des bequemen und glatten Übergangs ist (Abb. 113 / 114). (ebd.; s. 288)

die autorin beendet dieses kapitel mit folgendem fazit

Es bleibt daher zu vermuten, dass die Rolltreppe bei aller Bequemlichkeit, die sie dem Menschen beschert, in der Tat ein gefährliches, ein teilweise unberechenbares Gerät ist, zumindest derartige Komponenten aufweist. (ebd.; s. 296)

escalator by iwouldstay (flickr)

escalator by iwouldstay (flickr)

im kapitel 3.2 “Wenns denoch kracht: Der Rolltreppenunfall” setzt sich andrea mihm mit den weit verbreiteten und bereits vielfach beschriebenen unfällen (konsument.at, orf.at) auf den rolltreppen dieser welt auseinander. zu den häufigsten opfern dieser unfälle zählen nach auswertung der unfallstatistik kinder und ältere menschen (vgl. ebd; S. 298), wobei das schuhwerk dabei bisher keine besonders tragende rolle spielte.

Analysiert man die Unfallschilderungen hinsichtlich ihrer Wortwahl, so sind einige bemerkenswerte Feststellungen zu treffen: Zum einen ist des öfteren die Rede davon, dass jemand „in eine Rolltreppe“, in die „Treppenstufen“ oder „ins Laufwerk geraten“ ist. Der Ausdruck vom „Hineingeraten“ suggeriert dabei einen unbedarften und ahnungslosen Umgang mit dem Gerät und signalisiert so einmal mehr das passive und machtlose Ausgeliefertsein der Rolltreppenfahrer. Gestützt wird dieser Eindruck von der Tatsache, dass mehrfach von einem „sehr schweren Unglück“, einem „tragischen“ oder „unerklärlichen Unfall“ gesprochen wird. (ebd. S. 301)

weiter schreibt die Autorin:

Rolltreppe? Public Art! by mikk (flickr)

Rolltreppe? Public Art! by mikk (flickr)

Unfälle werden von ihnen [Warenhausbetreiber und Verkehrsbetriebe] letztendlich „nicht auf Defekte an [den] Fahrtreppen“ zurückgeführt, vielmehr wird für den Unfallhergang das „Fehlverhalten“ der betroffenen Personen verantwortlich gemacht. Während also der vermeintliche Glaube an die technische Perfektion des Gerätes aufrecht erhalten wird, gilt der „Unfall immer häufiger als Ausdruck einer Regelwidrigkeit“ seitens der Benutzer. (ebd. S. 302)

Schließlich bedeutet der Schrecken, den derartige Vorfälle bei Menschen auslösen, auch einen „Schock für den Fortschrittsglauben“. Denn während die Begeisterung im alltäglichen Umgang mit der Rolltreppe mit jeder Fahrt aufs Neue zelebriert wird, gerät sie beim Unfall plötzlich ins Wanken. Der Mensch sieht sich nunmehr als Störfaktor seines eigenen Werkes, steht ihm machtlos gegenüber, ist plötzlich wieder auf sich selbst zurück geworfen. (ebd.; s. 304)

Floating Crocs by dchidest (flickr)

Floating Crocs by dchidest (flickr)

für diejenigen, die nun dennoch auf das fahren mit den rollenden treppen in gummistiefels, flip flops, schuhen mit schnürsenkeln oder crocs nicht verzichten wollen, bietet spiegel online noch einige tipps der crocshersteller zum richtigen fahren mit der rolltreppe:

  • Stellen Sie sich in die Mitte der Treppenstufen
  • Seien Sie vorsichtig beim Begehen und Verlassen der Rolltreppe
  • Berühren Sie nicht den Bereich unterhalb des Handlaufes
  • Vermeiden Sie die Zwischenräume seitlich der Stufen, wo Schuhe eingeklemmt werden können
  • Behalten Sie Kinder immer im Auge

oder haltet es wie die blogger_innen von crocs-schuhe:

Bild dir deine eigenen Meinung, schnapp dir die Crocs und wage dich todesmutig auf die Rolltreppen dieser Welt!

google chrome – statt glänzendem chrom nur rostiger schrott

screenshot google chrome

neuer browser nur für windows

nach der heutigen aufregung in der blogosphäre (übersicht bei rivva), wollte ich mir den neuen browser des internet-kraken einmal etwas genauer ansehen. doch beim versuch den browser zu laden, stellte ich überrascht fest, dass google chrome schrott nur für windows konzipiert wurde. user_innen von apple und linux bleiben wieder einmal außen vor.

tux in zürich von cavorite (flickr)

neben der großspurigen ankündigung, dass sich der neue browser durch besonders “hohe nutzer[_innen]freundlichkeit” auszeichnen soll, finden wir in der erklärung, warum google einen eigenen browser konzipiert hat folgende erklärung:

Wir verdanken einen Großteil unserer Arbeit vielen verschiedenen Open Source-Projekten, denn einige der Komponenten von Google Chrome stammen u.a. aus dem WebKit von Apple oder von Mozilla Firefox. Wir möchten diesen Weg weiter gehen und in diesem Sinne steht auch der Google Chrome-Code für alle zur freien Verfügung. Wir möchten die Zusammenarbeit mit der Web-Community fortführen, um Entwicklungen im Web voranzutreiben.

ja nehmen ist eben doch besser als geben. google bedient sich der arbeit der freien software communitiy und gibt dann genau den nutzer_innen von windowsprodukten einen neuen browser in die hand. fazit: :-( na da haben sich ja zwei gefunden.

[nachtrag: erste und sehr unterschiedliche einschätzungen des browsers finden sich bei heise online, im @ web suchmaschienen blog, bei standard tolleranz maschiene und im googlewatchblog sowie in der tagesschau.]

kleinerer ökologischer fußabdruck durch biovegane lebensweisen? – wieviel “klimakiller” steckt in deinem magen?

in der süddeutschen zog oliver das gupta unter dem titel “leere teller – dicke steaks” in der fleischigen vorweihnachtszeit noch gegen die grünen zu felde. er sah sein recht auf ein “gutes” steack gefärdet, da die grünen in dem positionspapier “bioenergien nachhaltig gestalten” aufforderten den fleischkonsum drastisch zu reduzieren. im positionspapier wurde mit gesundheitlichen folgen des fleischkonsums und den ökologischen folgen dieser ernährungsweise argumentiert. der “grillmeister der süddeutschen” das gupta räsonierte, in meinen augen, unbegründet:

Die Grünen haben bereits in der Vergangenheit die Negativ-Wirkung von als ungewöhnlich aufgefassten Vorschlägen unterschätzt: Auf ihrem Magdeburger Parteitag hatten sie sich 1998 für einen Benzinpreis von fünf Mark pro Liter stark gemacht – und damit selbst in der SPD den Anschein erweckt, nicht regierungsfähig zu sein.

ja diese grünen rütteln mit ihren “als ungewöhnlich aufgefassten vorschlägen”, die unmöglich umsetzbar sind, am kleingeist mit der grillzange. oh – das wird die wählerschaft diesen “nicht regierungsfähig[en]” heimzahlen. dabei findet sich in dem papier lediglich die dringend notwendige forderung:

Neben der Autogröße muss es hier auch um den Fleischkonsum gehen. Umweltverbrauch und Kosten einer nicht artgerechten Tierhaltung gehen bisher nur unzureichend in den Preis von Fleisch und Fleischprodukten ein. Dabei ist die Fleischproduktion sehr flächenintensiv: Um eine Kalorie Fleisch zu erzeugen, braucht man rund sechs bis zehn pflanzliche Kalorien bei der Fütterung von Tieren. Ein großer Teil der Bodennutzung wird daher für die Produktion von Fleisch genutzt. Weltweit sind es rund 30%, Tendenz stark steigend. Eine geringe Reduktion des Fleischverbrauchs wird den Druck auf die Fläche wesentlich entlasten.

ja ich weiß – kein mensch, den ich kenne, isst noch viel fleisch, wurst oder fisch und wenn dann selten und bio. das ist jedenfalls die typische reaktion, nicht auf eine frage, sondern auf meine vegane lebensweise. also müssen es wohl andere sein, die zum aktuell steigenden fleisch-, milch und fischverbrauch beitragen. pro kopf verbrauchten die konsument_innen in der brd 2004 ca. 89,1 kg “fleischprodukte”. dieser fleischkonsum (von wem auch immer) trägt, nach bisherigen erkenntnissen, zu einem erheblichen anteil zum treibhauseffekt bei.

in der taz vom 24.08.2008 untertitelt nicola liebert ihren artikel “biokost allein löst die klimafrage nicht” in bezug auf eine studie des instituts für ökologische wirtschaftsforschung (iöw),

Die Umstellung auf Ökolandbau ist sinnvoll, reduziert aber kaum die Treibhausgase. Hier hilft nur Fleischverzicht.

die autorin verweist auf die ergebnisse des forschungsinstituts und schreibt

[d]ie Ernährung eines Fleischessers verursacht laut IÖW-Studie so hohe Emissionen wie 4.758 Kilometer mit einem kleinen BMW. Ernährt er sich nur noch von Bioprodukten, käme er auf 4.377 Kilometer. Ein Vegetarier würde nur rund halb so viele Treibhausgase freisetzen. Und ein Veganer wäre unschlagbar mit dem Äquivalent von 629 Kilometern bei konventionellen und 281 Kilometern bei Bioprodukten.

und was bleibt, außer mehr aufklärung zu gesundheitlichen risiken und ökologischen folgen einer fleisch- und milchreichen ernährung zu betreiben? die subventionspolitik für die “milchproduktion” der eu neu zu überdenken? den einfluß der agrar- und bauernlobby auf die politik stärker offen zu legen? die eigene ernährung einer kritischen analyse zu unterziehen? die möglichkeit die “nahrungsmittel”, die zu einer gefährdung der umwelt beitragen höher zu besteuern und die ökosteuer für tierische produkte einzuführen? oder die einführung einer fleischsteuer? und, und, und

wie sieht es eigentlich bei euch aus? welchen ökologischen fußabdruck hinterlasst ihr aufgrund der ernährungsgewohnheiten? mit dem ökologischen fußabdruck rechner – footprint besteht die möglichkeit das eigene konsumverhalten im bezug auf die ernährung, das wohnen, die mobilität und den konsum zu überprüfen. hier mein abdruck im bereich ernährung: :-)

für alle, die sich noch mit den wichtigsten argumenten der diskussion zum thema beschäftigen wollen, findet bei tier-tv eine einstündige auseinandersetzung mit dem titel “massentierhaltung und das klima“.

nachtrag: in der ausgabe der taz vom 26.08. findet sich außerdem der beitrag “essen wie ein[_e] italiener[_in] schont das Klima” zur oben genannten studie des iöw.

tagging wie in alten zeiten – firefox 3 und del.icio.us post

ubuntu hardy

nachdem ich meinen rechner mit einem mausklick auf die neuste version von ubuntu (hardy heron) umgestellt hatte, konnte ich auch die neuste version meines lieblingsbrowsers firefox 3 ausgiebig testen. leider konnte und kann ich einige erweiterungen für die neuste version von firefox (noch) nicht benutzen. das galt bis vor kurzem auch für eine meiner lieblingserweiterungen “del.icio.us post:-( .

im deliciousblog findet sich seit dem 30.04. ein hinweis auf das wunderbare plugin, mit dem ein einfaches tagging von lesezeichen wieder möglich ist. das neue plugin findet ihr hier.

wer sich noch fragt, warum überhaupt social bookmarking benutzen? – kann sich ja dieses video ansehen:

“Freiheit” für die Eisbären? – eine etwas andere Linksammlung für Fans von Knut und Flocke

Eine unpassendere Überschrift hätte Inga in ihrem Beitrag im Eisbärblog von BR-online wohl nicht finden können. Unter dem Titel "Flockes Expedition in die Freiheit" schreibt die Autorin über Flockes ersten Gang ins "Freie":

"[a]m meisten Spaß macht es aber, im Wasser zu planschen. Ob Flocke auf ihre Besucher auch so neugierig ist?" oder "Wohl scheint sich Flocke in der ungewohnten Umgebung auf jeden Fall zu fühlen." In diesem Bericht und auch in vielen andern Darstellungen der ehemaligen und aktuellen Eisbärenstars findet leider keine kritische Auseinandersetzung mit dem Ort statt, an dem sich diese "süßen Wonneproppen" befinden.

Ich habe hier ein paar Links gesammelt, die einen anderen Blick auf die "Freiheit" Zoo ermöglichen können. Ich würde mir sehr wünschen, dass diese kritischen Perspektiven stärker Berücksichtigung finden und eine Umdenken im Hinblick die Hauptbeschäftigung in Zoos das Gaffen von Affen auf Affen und andere nichtmenschlichen Tiere stattfindet. Oder wie san&carlchen schreibt:

solange menschen denken

dass tiere nicht fühlen

müssen tiere fühlen

dass menschen nicht denken

hier die versprochenen Links zum Thema: 

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.027 Followern an