die badische zeitung meldet, dass das buchprojekt “queere (t)ex(t)perimente” beim freiburger dies universitatis ausgezeichnet wurde.
Auch der Bertha-Ottenstein-Preis (5000 Euro) ging an Studierende – die drei Gender-Studies-Studentinnen Jennifer Moos, Franziska Bergmann und Claudia Münzing wurden für die Herausgabe des Sammelbands “queere (t)ex(t)perimente” ausgezeichnet, in dem sich Wissenschaft und Kunst und Theorie und Praxis mischen. (badische zeitung)
herzlichen glückwunsch an die herausgeber_innen des transdisziplinären projektes.
evelyne polt-heinzl veröffentlicht ein sammelband, in dem literarische texte zur nationalbibliothek in wien vereint sind. das buch “abenteuer bibliothek – ein Ort des Wissens und der Fantasie” wurde vom brandstätter verlag veröffentlicht und kostet 19,90 €. in der presse schreibt andrea winkler über die veröffentlichung:
Kann sein, dem Interesse daran, wie der Ort der Bibliothek in literarischen Texten verschiedener Zeiten, Anliegen und Stile entworfen wird, haftet etwas Nostalgisches an, der Glaube daran, dass das Bedürfnis nach „Orten des Geistes“ auch in der gegenwärtigen Gesellschaft nicht verloren geht. Aber was machte es schon, solcherart „nostalgisch“ zu sein? Ohne Sehnsucht nach etwas, von dem man befürchtet, es sei jetzt gerade in Gefahr zu verschwinden oder überwuchert zu werden, hätte wohl nie jemand ein Blatt beschriftet, das auch zu anderen als den aktuellen Zeiten noch gelesen werden kann und will. (quelle)
nun heißt es warten, dass sich die ankündigung des verlages
Die bibliophile Ausstattung mit alten Stichen, Federzeichnungen und Exlibris macht diese Hommage an das Buch zu einem »Pflichtexemplar« für jede Bibliothek.
am 20.03.2009 berichteten elke hofmann und christian schmitt im deutschlandradio kultur unter dem titel eselsohren erlaubt über das buch “kein buch“.
das taschenbuch keinbuch lädt unter dem motto “nicht lesen – machen” die nutzer_innen ein, sich einmal ganz anders mit dem medium buch auseinander zu setzen. im radiobeitrag wirft die bibliothekarin ute wolter, die als testperson agiert, das buch an die wand, zerreißt buchseiten oder tackert seiten zusammen.
Keine Eselsohren, bloß keine Fettflecken, nicht verknicken und bitte auf gar keinen Fall mit Wasser in Berührung bringen! So ein Quatsch.
Für das KeinBuch gelten keine Verbote. Es will benutzt werden und soll hinterher auch so aussehen. KeinBuch, das sind: 86 Dinge, die du schon immer mit einem Buch tun wolltest, aber nie durftest. 86 Dinge, die dein Leben verändern werden. (homepage)
die besitzer_innen des keinbuchs dokumentieren auf youtube die umsetzung der 86 anweisungen. hier zum beispiel wird keinbuch gasi geführt:
bisher findet sich das buch in nicht allzuvielen bibliotheken. eine rechreche im kvk ergab lediglich 2 deutschsprachige bibliotheken, die das buch in ihrem bestand führen. auch der berliner verbund der öffentlichen bibliotheken hat leider bisher noch kein exemplar zur benutzung erworben. warum nur?
von mexicaner_innen lernen heißt siegen lernen. in der heutigen ausgabe der nürnberger nachrichten wird über ein besonders innovatives und nachahmenswertes “gesetz zur förderung des buches” berichtet.
In dem Gesetz heißt es, dass die Einwohner von Mexiko-Stadt bis zu fünf Prozent ihrer Eigentumsteuer mit Büchern, Katalogen und Zeitschriften bezahlen können. Die Bücher sollen Schulen und öffentlichen Bibliotheken geschenkt werden. Die Stadtregierung verspricht sich von der Maßnahme auch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Verlage. Mexiko gilt als ein Land, in dem wenig gelesen wird.
falls deutsche politiker_innen diese idee importieren wollen, lade ich vorsorglich alle leser_innen ein, einen passenden namen für diese büchersteuer zu finden.
Beleuchtet wird ebenfalls, wie die Kontrolle in den Bibliotheken funktioniert. Dort sind eigens sogenannte Giftschränke, die „Abteilung für spezielle Forschungsliteratur“, kurz „ASF“, eingerichtet. Der Zugang wird streng überwacht. Der spätere Schriftsteller Siegmar Faust verdingt sich in der Leipziger Deutschen Bücherei gar als Nachtwächter, um heimlich seinen Lesehunger auf Verbotenes stillen zu können.
dieses buch scheint sich für alle zu lohnen, die sich mit ddr-alltagskultur, lesekultur und zensur in bibliotheken beschäftigen. ich habe es mir schon in der bibliothek bestellt.
Siegfried Lokatis/ Ingrid Sonntag (Hg.): Heimliche Leser in der DDR. Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur. Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-494-5.
ein thema, das mir bereits eine weile unter den nägeln brennt sind reader oder handapparate im studium. mich interessiert dabei an dieser stelle nicht die frage nach den urheber_innenrechten oder den druckkosten der digitalisate, sondern die auswirkung der readerkultur für die student_innen.
sicherlich ist es für die studierenden besonders schön und bequem, wenn lehrende die grundlagentexte für die seminare bereits an einem ort (reader oder digitaler handapperat) zur verfügung stellen. doch frage ich mich dabei: wann sollen studierende lernen literatur zu suchen, wenn bereits alle texte kopiert vorhanden sind?
Außerdem beklagt Kiefhaber die hohen Kosten für Tinte und Papier. Dazu kommen die Schwierigkeiten, die Texte im Internet zu finden. Wenn er sich den Stoff hingegen selbst aus den Büchern der Bibliotheken kopiert, ist dies für ihn mit einem enormen Mehraufwand verbunden.
Patrick Steib, der Soziologie und Kunstgeschichte studiert, findet die Situation ebenfalls beklagenswert: «Unter der Mehrarbeit für Studenten leidet der Lernerfolg, weil man sich wegen des höheren Aufwands weniger Texte besorgen und damit auch lesen kann.»
Recherche am Computer
scheinbar verbinden die im artikel zitierten studierenden, das tägliche wissenschaftliche geschäft der informationsrecherche, lediglich mit einem enormen mehraufwand und negativen auswirkungen auf ihre lernerfolge.
an dieser stelle sind lehrende und mitarbeiter_innen von bibliotheken besonders gefragt, um zum beispiel seminar- und themenbezogene recherchekurse anzubieten und so die lust und freude am finden von informationen zu vermitteln und aufzuzeigen, dass recherche durchaus mit lernerfolgen zusammen zu denken ist. ohne die vermittlung von informationskompetenz sind die studierenden auch in ihren ma- oder ba-arbeiten nicht in der lage die notwendige literatur zu finden, zu bewerten und zu verarbeiten.
ein einfaches szenario wäre z.b. die aufgabe für die studierenden zu einem thema des seminars selbstständig informationen zu suchen und diese kurz vorzustellen und zu bewerten. diese seminarsitzung könnte durch eine_n fachbibliothekar_in unterstützt werden, die auf vorhandene linksammlungen hinweist und ganz nebenbei ein paar grundlagen des recherchierens vermittelt.
während marcel reich-ranicki und thomas gottschalk es sich im fernsehsessel bequem machen und über literaturkritik und höllisches internet streiten, bringt litColony.de die literatursendung “lesen” von elke heidenreichs ins internet.
Mit dem Start von litCOLONY.de wechselt Elke Heidenreich das Medium. Jeden Monat, statt bisher sechsmal jährlich, wird sie künftig an dieser Stelle ihre Leseempfehlungen aussprechen. Abrufbar 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Ansonsten bleibt alles wie gewohnt: tolle Gäste, spannende Bücher und der kleine Lese-Mann. Lesen! die 38., mit Campino und fünf neuen Büchern.
ein blaues auge von jtpixelz (flickr)
das zdf sieht nun vermutlich mit dem ersten und zweiten auge, nach dieser ersten sendung, nur noch blau und verschwommen. elke heidenreich verteilt gegenüber dem öffentlichen fernsehsender zdf während der ganzen sendung ordentliche und angebrachte verbalfaustschläge und auch marcel reich-ranicki bekommt sein fett weg. ein beispiel dieser abrechnungen gefällig:
Und das Schöne ist: Vor mir kein Gejoddel, nach mir keine Kochshow, weit und breit kein Kerner, also lauter gute Neuigkeiten.
aber nicht nur mit dem zdf bricht elke heidenreich, so meldet heise online:
Mit dem Fernsehen sei sie nun aber irgendwie fertig. Auf die Idee, ihre Sendung ins Internet zu verlegen, habe sie anfangs skeptisch reagiert. Jetzt sei sie aber voll überzeugt, denn das Internet sei “das Medium der Zukunft”. Jeder könne sich “Lesen!” nun anschauen, wann er wolle.
ich fand die erste sendung genau wie text&blog sehr gelungen und ich halte die einbindung der sendungen als videos in das portal sevenload für den richtigen weg, um viele menschen mit neuen büchern vertraut zu machen. ich wünsche elke heidenreich, dass sie weit mehr als 2 millionen zuschauer_innen für ihre fantastische sendung im internet finden wird.
hier noch das passende abschiedslied der sendung lesen vom zdf:
schön wäre es für die integration von lesen in das internet einen rss-feed anzubieten, mit dem ich an neue sendungen erinnert werde und die kommentarfunktion auch auf der seite von litcolony anzubieten. den macher_innen der sendung ein dickes lob und ein dankeschön für die ersten literaturtipps.
ich habe mir sofort das lieblingsbuch von campino die brautprinzessin bestellt, dass ich mir dann über die kommenden feiertage zu gemüt führen möchte.
immer wieder die gleichen argumente, mit denen sich veganer_innen beschäftigen dürfen. erst gestern hatte ich wieder einmal die “ehre”, mich mit der frage nach dem recht auf pflanzenleben auseinander zu setzen.
ich bin gerade dabei das buch “zum verzehr bestimmt: eine feministisch-vegetarische theorie” von carol j. adams zu lesen. die autor_in thematisiert unter anderem die geschlechterpolitik des fleisches, bennenungspraktiken von fleisch und zur verknüpfung feministischer positionen und vegetarismus.
sie zeigt unter anderem auf, wie vegetarier_innen gerade beim gemeinsamen essen mit fleischfresser_innen in diskussionen verwickelt werden, da etwas auf ihrem teller fehlt (S. 102). häufig sind diese diskussionen durch trivialisierungen, wie “auch pflanzen haben ein leben” oder abwehrmechanismen “was soll ich dann essen” gekennzeichnet. eine möglichkeit diesen sinnlosen diskussionen zu entkommen bietet folgende begebenheit:
Befragt, warum er Vegetarier sei, stellte Bernard Shaw schlagfertig die Gegenfrage, warum er dafür, dass er anständig esse, zur Rechenschaft gezogen werde.”
wer sich intensiver mit vegetarischen lebensweisen beschäftigen möchte, kann dies auf dem weltvegetarier_innentag in dresden vom 27.07. – 03.08.2008 tun. wer sich über den eigenen fleischkonsum noch keine gedanken gemacht hat, hier ein einführendes video von manuhhh:
in meinem beitrag zum vergleich von fußball und synchronschwimmen, habe ich angekündigt, dass die bibliographie zum thema “gender und fußball” im gender@wiki zur gemeinsamen bearbeitung bereit steht. da das gender@wiki wieder onlline ist, fühlt euch eingeladen literatur zu ergänzen und vielleicht das eine oder andere zum artikel beizutragen.