tech pi und mali bu vermitteln informationskompetenz für kinder

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tech pi und mali bui – ein außerirdisches wesen und ein schmetterling treten an, um grundschüler_innen informationskompetenz näher zu bringen. so führt zum beispiel die geschichte das inforadar in die grundlagen der recherche und in die bewertung von informationsquellen ein. klar – das dabei bibliotheken auch eine rolle spielen. ;-)

Lehrkräfte können das Modul “Das Inforadar” kostenfrei nutzen. Nach einer einfachen Registrierung stehen neben der Themengeschichte mit den Lernaufgaben weitere Werkzeuge zur Verfügung. Lehrkräfte können beispielsweise eigene Aufgaben in die Umgebung integrieren. Die Lernenden haben dann die Möglichkeit, diese Aufgaben mit eigenen Notizen, Dokumenten, Bildern und Tönen zu verknüpfen. Diese Notizen können wiederum von Mitschülerinnen und Mitschülern kommentiert werden. So lernen die Kinder nebenbei auch die Möglichkeiten des Web 2.0 in einem geschützten Raum kennen. (bildungsklick)

blogs, wikis, moodle – bloggende lehrer_innen fördern selbstorganisiertes lernen

E-learning links

E-learning links

in der heutigen ausgabe der taz finden sich zwei beiträge, die sich mit dem einsatz von web2.0-technologien in der schule auseinandersetzen. diese artikel erscheinen in einer taz-folge zum thema lernen 2.0.

neben anregenden erfolgsgeschichten zu kollaborativ geführten weblogs und wikis weist maike laaf  auf einige probleme hin, die mit dem lernen 2.0 verbunden sind:

Lehrer, die im Web 2.0 aktiv sind, werden im Kollegium zwar oft beklatscht – aber nur selten nachgeahmt. Manche scheuen die Mehrarbeit, andere plagen Bedenken, ob man sich mit dem mühsam angeeigneten Wissen bei den IT-erprobten Schülern nicht blamiert. Vielen Lehrern dürfte jedoch etwas anderes schwer im

E-learning

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Magen liegen: Wer mit seinen Schülern gemeinsam bloggt, gibt die Deutungshoheit über den Stoff aus der Hand. Denn im Blog diskutieren und posten Lehrer und Schüler auf einer Augenhöhe, wird der Lehrer mehr Moderator als Wissensvermittler.

besonders interessant fand ich neben darstellung der veränderten rolle der lehrer_innen die frage nach der bewertung und anerkennung von web 2.0 tätigkeiten von schüler_innen. so dürfen z.b. in bayern die ergebnisse von onlineprojekten nicht in die benotung einfließen.

für die bibliotheksarbeit mit kindern fand ich den hinweis auf die arbeit von martin riemer an einer berliner grundschule anregend. ich hatte das glück, martin riemer auf der letzten re:publica in einem workshop zu hören. für alle, die nicht dabei waren folgt ein interview mit dem “passionierten blogger” während der re:publica 2008:

an diesem beispiel besteht, meiner meinung nach, eine schöne möglichkeit für bibliothekar_innen inhaltlich und methodisch anzudocken. vor allem bibliotheken, die bereits eng mit schulen zusammenarbeiten könnten versuchen das eine oder andere bibliothekarische schulblogprojekt zu starten. ;-)

denkbar wäre es z.b. über projektbezogene rechercheergebnisse, das lieblingbuch oder einfach über meldungen aus dem kiez zu bloggen.  oder – was meint ihr?

power teaching – die lernmethode für die glücklichen lehrer_innen

tafel 1 by eisenrah (flickr)

tafel 1 by eisenrah (flickr)

wie jeden sonntag telefoniere ich mit meiner mutter und bekomme neben einigen neuigkeiten aus der familie hier und da einen hinweis auf das allerneueste in sachen lernen und lehren.

ich habe mir auf empfehlung meiner mutter die videos zum power teaching angesehen. diese methode wurde 1999 von chris biffle, jay vanderfin und chris rekstad entwickelt und soll lernende in jedem alter beim lernen mit spass unterstützen.

At the root of Power Teaching is a large amount of highly structured, educational tomfoolery. Students learn the most when they are having fun. Power Teaching classrooms are full of task-focused laughter. Humor and games are used to increase the number of times students repeat core information and practice basic skills. Our classes are highly disciplined and tightly organized because students have more fun following our rules, than ignoring them.

die fünf regeln, die mit dieser methode verbunden sind, lauten:

RULE ABOVE ALL RULES: RESPECT EVERYONE
Rule 1: Follow directions quickly!
Rule 2: Raise your hand for permission to speak.
Rule 3: Raise your hand for permission to leave your seat.
Rule 4: Make smart choices.
Rule 5: Keep your dear teacher happy. (Quelle; S. 39)

ich bin mir noch nicht sicher, was ich von dieser lernmethode halten soll. ich habe ähnliche bedenken, wie christian czaputa, was die ausrichtung als disziplinierungsstrategie betrifft und ich denke, dass diese methode nicht für alle lerninhalte anwendbar ist. ich kann mir aber vorstellen, dass sich mit dieser methode z.B. merksätze oder komplexe zusammenhänge leichter und vor allem mit spass einprägen lassen. mich würden erfahrungsberichte mit power teaching im deutschsprachigen raum interessieren. wer nutzt wofür diesen ansatz?

für den bibliothekarischen bereich bietet power teaching eine gute möglichkeit etwas lebhaftere opac-schulung oder recherchekurse anzubieten. :-)

bibliotheken in den medien – “bibinalert” der monatliche bibliotheksalarm zu pressemeldungen

my alarm clock by joi (flickr)

my alarm clock by joi (flickr)

seit einiger zeit habe ich verschiedene google-alerts zum themenschwerpunkt “bibliotheken und bibliothekswesen” abonniert. im gegensatz zu den erfahrungen von lonely librarian erhalte ich täglich bis zu 10 aktuelle und für mich häufig interessante linkempfehlungen. diese hinweise erlauben es mir einen kleinen einblick in die darstellung von bibliotheken in der medienlanschaft zu erhalten und ich bekomme darüber hinaus einen überblick zur wahrnehmung bibliothekarischen arbeitens in und mit der öffentlichkeit.

ich werde nun (soweit es meine zeit erlaubt) einmal im monat  auf einige meldungen zurückschauen. und somit eine weitere inhaltliche reihe im danilolablog mit dem titel “bibinalert” starten. alle von mir als aufhebenswert befundenen alerts speichere ich seit mitte august mit dem tag “bibinalert” bei del.icio.us. um eine anzeige nach monaten zu ermöglichen, verknüpfe ich die gespeicherten links mit folgenden tags 2008-08, 2008-09, ….

bibinalert – bibliotheksalarm im september

Sarah wants to ban your books by danforth (flickr)

Sarah wants to ban your books by danforth (flickr)

bibliotheken und politik(en)

sarah palin, der aktuellen republikanischen vizepräsidantschaftskandidatin, gelang es mit einigen berichten zu zensurversuchen in einer bibliothek in wasilla und dem versuch sich einer couragierten bibliothekarin zu entledigen eine traurige berühmtheit zu erlangen. aber dabei blieb es nicht. trotz ihrer mehr als fragwürdigen einstellung gegenüber bibliotheken, war es einigen vertreter_innen in der presse nicht zu schade, einen alten abgetrammpelten pfad der bibliothekarischen stereotype entlang zu watscheln und der assoziation “brille = bibliothekarin” zu erliegen. die times schreibt, laut  finanzial times deutschland,

Dass Palin hinter den strengen Gläsern nicht wie eine klassische Bibliothekarin wirkt, liege allein an ihrem Gesicht, schreibt die britische Tageszeitung “The Times”: “das Gesicht einer Schönheitskönigin”.

aber auch der “nordamerikaexperte” fällt der brillenspur und seinen vorstellungen zum bibliothekarischen sexleben zum opfer. in dem, im deutschlandradio kultur ausgesendeten, interview “sarah palin muss noch viel lernen“, findet sich der folgende ausspruch:

Und wie ein Komiker so schön sagte: Sie hat die Erotik einer Bibliothekarin, mit den Gläsern und den Haaren auf dem Kopf.
Schulz: Mit dem Vergleich überraschen Sie uns jetzt doch. Welche Anteile machen Sie aus von Gabriele Pauli?
Collier: Das war es, diese Art der erotische… – für viele Männer diese Reaktion. Auch der Rush Limbo, ein Radio-Talkshow-Host, nennt sie eine richtige “Babe”. Ich denke, seine Meinung widerspiegelt die Meinung von vielen der männlichen McCain-Wähler.

dabei ist doch schon lange klar, dass es keine bibliothekarin mehr gibt, sondern nur noch bibliotheks- und informationsmanagerinen.

als nicht minder politisch lässt sich sicherlich die derzeitige situation in mecklenburg-vorpommern darstellen. spd, cdu und die linke ringen zwischen der einschätzung der bibliothek als freiwillige leistung der kommunen und der dringenden verabschiedung eines bibliotheksgesetzes um die bedeutung ihrer kommunalen bibliotheken. dass bibliotheken nicht nur 17 % der kommunalen haushalte in deutschland verbrauchen, sondern auch unterfinanzierte aber nachgefragte kultureinrichtungen sind, verdeutlicht ein blick nach baden würtenberg:

Aus Sicht der Experten schneidet das baden-württembergische Bibliothekswesen im allgemeinen Bundesvergleich sehr gut ab: Mehr als 800 kommunale öffentliche Bibliotheken verteilen sich über das Land. 23 Millionen Besucher, 56 Millionen Ausleihen und ein Bestand von 15 Millionen Medien im Jahr 2007 belegten, dass die Bibliothek in der Bevölkerung nicht nur Ausleihstelle, sondern “auch außerschulische Bildungseinrichtung” sei, so Georg Wacker, Landesvorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands.

zuckertüte by noema (flickr)

zuckertüte by noema (flickr)

unter dem moto “no logo” in der bibliothek oder kein zuckertütenfest mit den linken, wurde der lichtenberger linken untersagt

bei den “Zuckertütenfesten” für Schulanfänger in den öffentlichen Bibliotheken am 13. September ihr Logo zu zeigen. [...] Nachdem ursprünglich nur Vertreter der Linken als Mitwirkende, zum Beispiel beim Vorlesen von Geschichten oder Grußworten, vorgesehen waren, mussten nun nachträglich auch Mandatsträger anderer Parteien eingeladen werden.

lernen, lernen nochmals lernen

dieses zitat, von von einem anderen linken (lenin), stand in meiner grundschulzeit in geschnörkelter handschrift neben der schultafel. für die bibliotheken scheint der ausspruch in abgewandelter form “lesen, lesen nochmals lesen” von immenser bedeutung zu sein. vielfach berichtete die presse von vorleser_innen, leseförderungen und dem lesesommer 2008. dieser lesesommer dürfte in rheinland pfalz bei einigen kindern zum verpassen des eh schon viel zu kurzen sommers geführt haben, sehen wir uns die ergebnisse dieses lesesommers einmal genauer an.

Am eifrigsten hatte Nhu Quynh Nguyen aus Bad Kreuznach geschmökert und sich mit sage und schreibe 37 Büchern und 6749 Seiten die Lesekrone verdient. Die Zehnjährige durfte sich über einen Gutschein über 25 Euro freuen. Den zweiten Platz belegte Emanuel Müller aus Bad Kreuznach. Der 11-Jährige, der 36 Bücher und 5065 Seiten gelesen hatte, durfte sich über einen 20-Euro-Gutschein freuen. Drittplatzierte und Gewinnerin eines 15-Euro-Gutscheins ist die 12-jährige Mimoza Gashi mit 29 Büchern und 3551 Seiten.

wedding ring heart by Troy B Thompson (flickr)

wedding ring heart by Troy B Thompson (flickr)

zwei projekte fielen mir bei den berichten zu den bibliothekarischen sommeraktivitäten besonders auf. einmal die bergwerkwanderung auf den spuren des “herren der ringe” im rahmen eines projektes zur leseförderung für jungen und die kooperation zwischen bibliothek und balletschule, die zu einer gefährlichen und kampferprobten “bücher-tanzerei” führte.

Bei der Ballettaufführung „Bücher-Tanzerei – von Leseratten und Bücherwürmern“ können die Schülerinnen ihre eigenen Lese-Erfahrungen umsetzen. 17 Szenen drehen sich um Helden der Literatur – von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf bis zu Michael Endes Momo.Eine Rahmenhandlung verbindet die unterschiedlichen literarischen Stoffe: Eine Bibliothekarin stellt die einzelnen Bücher vor und regt zum Lesen an.

in beiden gelungenen konzepten lassen sich körper und geist verbinden, was kinder sicher gut annehmen und ich persönlich habe eine neue anregung bekommen, was es bedeuten kann einen “bibliothekar zu tanzen“. ;-)

pscht – streit in der bibliothek

streit by san4ik (flickr)

streit by san4ik (flickr)

die bibliotheken sind als kulturelles ideenkaufhaus gegen arbeitslosigkeit, lernort, bildungseinrichtung, partyort und als lager für diebesware bekannt, in denen auch schon hier und da der computer eingezogen ist. darüber hinaus sind bibliotheken berüchtigt eine sehr ruhige arbeitsatmosphäre anzubieten. pscht – aber auch in bibliotheken fliegen ab und zu die fetzen. so streiten sich im spätsommer 2008 öffentlichkeitswirksam:

  • die ehrenamtlich geführten bibliotheken in der armen aber sexy wirkenden stadt berlin um ihr verbleiben im verbundsystem (voebb) mit dem voebb
  • ein bibliothekar um seinen gerechten lohn mit der zlb
  • in der bücherei bensberg der bibliothekar mit seinem mitarbeiter
  • Offenbar habe die Chemie zwischen den Beteiligten einfach nicht gestimmt. Um den Ärger zu beenden, zog Mumdey nun die Notbremse. Er schlägt dem Progymnasium eine Vertragsänderung vor. Danach würde der städtische Bibliothekar nicht länger in Bensberg arbeiten, sondern in der Forum-Bücherei in Gladbach. Als Ersatz erhielte das Progymnasium Geld, um in eigener Regie eine Fachkraft anzustellen.

    da ich nicht mit einem streitthema meine erste alertshow beenden möchte, aber nun langsam zum ende komme, da ich morgen in der früh in die bibliothek muss, um ein paar bücher zurückzubringen und mich gestärkt mit der materialsuche zu meiner magisterarbeit beschäftigen sollte. hier, als letztes, noch einige  glückwünsche zum 750 jährigen bestehen und zur 60.000 besucherin sowie zum 50. der gemeindebücherei. mal sehen was der oktober so zu bieten hat. :-) insgesamt 70 bibinalert für den september finden sich bei del.icio.us. viel spass beim stöbern.

    zwischen lavendel und rosmarin – die kanzlerin geht auf bildungstour

    angela merkel begibt sich auf eine bildungstour durch ihr pisagebeugtes land die linkszeitung nennt diese tour des wissens “nutzlosen aktionismus“. aber die kanzlerin weiß,

    [i]m 21. Jahrhundert ist es nicht mehr so, wie es früher einmal war: Man geht in die Schule, man macht eine Berufsausbildung, man ergreift einen Beruf, und dann ist es mit der Bildung und dem Lernen vorbei. Sondern heute ist es so, dass Lernen und Bildung ein lebenslanger Prozess sind. (textversion des videopodcastbildung ist ein schlüsselthema“)

    kräuter auf dem winterfeldplatz

    kräuter auf dem winterfeldplatz

    und trotz dieses wissens besucht die kanzlerin vom 21.08. bis 09.10. nur die klassischen bildungseinrichtungen (kitas, schulen, hochschulen, fachhochschulen, …).

    es fehlen unter anderem besuche bei den wichtigen bildungsinstanzen des 21. jahrhunderts, wie z.b. bei der wikipedia, die sich von institutionellen lernformen der besuchten einrichtungen wesentlich unterscheiden. neue lernformen scheinen die regierende nicht zu interessieren, denn selbst gesteuertes, informelles, kooperatives lernen passen der kanzlerin wohl nicht in ihren klassischen bildungsbegriff.

    und angela merkel vergisst bei ihrer wissenstour sogar noch eine, ganz besonders wichtige bildungseinrichtung. diese scheint gerade für den bezug zum lebenslangen lernen, der integration und dem motto “bildung für alle” geradezu prädestiniert für einen besuch der regierenden.

    nein – ich meine nicht den kräutergarten des schulgartens und auch nicht den botanischen garten. nein – ich meine nicht die museen, mit ausgestellten herbarien. nein – ich meine nicht die volkshochschulen mit ihren angeboten zum kochen oder zur kräuterkunde. nein – ich meine nicht den wochenmarkt mit den vielen angeboten an kräutern. ich meine die vielen öffentlichen und wissenschaftlichen bibliotheken.

    rosmarin auf dem winterfeldplatz

    rosmarin auf dem winterfeldplatz

    dort könnte sich die kanzlerin als “Garten- und Pflanzenfan” auch dem lebenslangen lernen widmen und in einem lexikon in buchform oder auch online die große welt der küchenkräuter besser kennen lernen. hätte sie diese kultur- und bildungseinrichtung und die dort gebündelten angebote genutzt, hätte sie sich die folgenden meldungen sicherlich erspart:

    die heilpflanze des jahres verzeiht der kanzlerin sicherlich ihren kleinen “fehler vom amt” und auch der rosmarin wird erbarmen haben. doch unverzeihlich sind die auslassungen der kanzlerin auf ihrer bildungsreise. immerhin behauptet sie in ihrer videobotschaft:

    Ich möchte – weil „Wohlstand für alle“ heute heißt: „Bildung für alle“ –, dass aus Deutschland eine Bildungsrepublik wird.

    wenn museen, achive und bibliotheken nicht stärker in den fokus der politik und geraten und nicht als notwendige bildungs- und kultureinrichtungen stärker finanziell und ideell gefördert werden, bleibt es nicht nur beim lustigen verwechseln von küchenkräutern, sondern …

    ach ja – selbstverständlich sind auch bibliotheken gefordert, die kanzlerin einzuladen.

    gartenblumen von ronile35

    gartenblumen von ronile35

    rehoruli – jonglieren lernen leicht gemacht? – ein selbstversuch teil eins

    in den nächsten tagen werde ich in diesem blog immer wieder über die lernerfolge mit der rehoruli-methode berichten. nach unserer teilnahme an der 8. berliner jonglierconvention wollen mirjam und ich nun auch endlich die dreiballjonglage angehen.

    8. berliner jonglierconvention während der gala - by danilola (flickr)

    ich habe mir das buch (stephan ehlers: rehoruli. münchen 2005) zur methode aus der bibliothek ausgeliehen und hoffe, dass der untertitel des buches “jonglieren lernen mit erfolgsgarantie” auch bei uns eintreffen wird. wir werden zum erlernen des jonglierens gemeinsam täglich ein bis zwei übungen der 34 rehoruli-übungen absolvieren. hier das werbevideo zur methode:

    bisher klatschten mir die bälle immer laut in die hand und meine ballwürfe waren oft zu unsauber. außerdem schaffte ich bisher nur wenige wiederholungen. mal sehen, wie es nach unserem selbstlernkurs aussehen wird.

    die geforderte grundhaltung haben wir und nun heißt es in den wichtigen vorüberlegungen zum buch:

    Der Kopf stört! Ja, das meine ich in der Tat so. Das wichtigste beim Jonglieren-Lernen und Jonglieren ist, dass der Kopf “frei” ist … und das fällt uns Menschen schwer. [...] Mit Kopf meine ich unsere Einstellungen, Bewertungen, Vorurteile und alles was “bequem” ist. Es braucht eine gehörige Portion Eigenmotivation, das Jonglieren mit drei Bällen zu lernen. Es ist unbequem … vor allem für unseren Kopf. (Stephan Ehlers; S. 20)

    es gibt keine herzlichkeit jenseits von jonglieren by phreak 2.0 flickr

    ach ja – noch eine frage, an die von euch, die bereits perfekt jonglieren können: “wie habt ihr es gelernt?”

    ach – wenn es doch nur der bücherwurm wäre – die taz berichtet vom zustand der öffentlichen bibliotheken in berlin

    Bookworm, almos done by justjk (flickr)

    in der heutigen ausgabe der taz berichtet joanna itzek in dem beitrag “da ist der bücherwurm drin” über die lage der öffentlichen bibliotheken in berlin:

    Die Berliner sind Bibliothekenfans. Mehr als 18 Millionen Medien, neben Büchern auch CDs und DVDs, haben sie 2007 ausgeliehen. Das geht aus dem noch unveröffentlichten Jahresbericht der Berliner Bibliotheken für das Jahr 2007 hervor. Die Zahl steigt von Jahr zu Jahr. Doch gleichzeitig klagen die Bibliotheken über niedrige Etats – sie waren gezwungen, Personal zu sparen, Standorte zu schließen und die Öffnungszeiten zu verkürzen.

    mir bleibt nur zu hoffen, dass den politischen entscheidungsträger_innen in berlin langsam bewusst wird, dass sie es sich auf dauer nicht leisten können bildungseinrichtungen, wie bibliotheken, schulen und universitäten, kaputt zu sparen. und sie statt lippenbekenntnissen nach den regelmäßigen pisastudien endlich einmal zur tat schreiten um das bibliothekssterben zu stoppen und bildungsförderung für alle auf die politische agenda zu holen.

    rapucation – sprechgesang rockt die bildung an den grundschulen

    bibliotan und taz berichten gestern über das projekt “rapucation“, dass rapmusik zur vermittlung von faktenwissen einsetzt.

    Die Mnemotechnik Eselsbrücke wird seit Jahrzehnten benutzt, um mit Hilfe von Reimstrukturen und emotionalen Assoziationen die Merkbarkeit bestimmter Inhalte zu erleichtern.
    Im konkreten Fall der Rapucation-Songs sind die Fakten zusätzlich in einem logischen inhaltlichen Aufbau eingebettet. Die raptypische Songstruktur mit Strophen, Refrains und Zwischenteilen sowie die Verbindung zwischen Musik und Sprachfluss helfen ebenso, das Einprägen von unterrichtsrelevantem Wissen auf attraktive Weise zu erhöhen. (homepage repucation)

    mit rapucation und rap macht schule rocken rapen mittlerweile zwei projekte die schulen und kommen mit ihren konzepten bei den lerner_innen sehr gut an. im gegensatz zu rapucation, die rap zur lernhilfe verwenden, fordern doppel-u in ihrem projekt die mitarbeit der schüler_innen heraus, in dem sie  schüler_innen aufriefen eigene raps zu deutschen klassiker_innen einzubringen. die grundlegende idee zu diesem konzept des klassiker_innenraps entstand aus dem anspruch

    Wege [zu] zeigen, wie alt und neu, alt und jung zusammenfinden. Vorurteile gegenüber Hip Hop sowie einem Weltkulturerbe, wie es mit unseren Klassikern vorliegt, möchten wir aus dem Weg räumen und dabei Selbstbewusstsein, Respekt untereinander und vor allem Freude am Wissen vermitteln.”

    so hätte ich auch gern den zauberlehrling gelernt, oder mich mit themen wie umweltschutz und geographie auseinander gesetzt. hier noch videobeispiele der neuen lehrenden:

    erster teil der doku zu rapucation:

    zweiter teil der doku zu rapucation:

    doppel-U – rap macht schule: der zauberlehrling

    weitere links: myspace von rapucation

    “wir sind die elite, was nach uns kommt ist schiete” – 160 millionen für eine neue stiftung, statt für bankrotte unis in berlin

    veränderung

    das verstehe, wer will. aber mir ist diese finanz- und bildungspolitik des berliner senats und vor allem des wissenschaftssenators jürgen zöllner ein großes rätsel. in dem taz-artikel “die superuni geht stiften” beschreibt martin kaul, die einrichtung einer forschungsstiftung für die berliner universitäten und außeruniversitären forschungseinrichtungen. die stiftung soll über 160 millionen euro verfügen und diese innerhalb der nächsten vier jahre an die berliner einrichtungen verteilen.

    Das soll dazu führen, dass sich die Berliner Wissenschaftslandschaft jenseits der universitären Mauern stärker vernetzt – entweder auf Feldern, in denen einzelne Unis bereits exzellent sind, oder in besonderen Forschungsbereichen, mit denen die Unis bei der Exzellenzinitiative leer ausgegangen waren.

    Ob unter dem neuen Label der Stiftung künftig die Avantgarde der Forschungsexzellenz firmieren oder ob sie zur Resterampe für im Exzellenzwettbewerb des Bundes gescheiterte Anträge wird, das dürfte sich ab Beginn 2009 zeigen: Dann soll die Strategiestiftung ihre Arbeit aufnehmen (kaul, martin: die superuni geht stiften. in. taz vom 10. juni, S. 21)

    was ist darin nicht zu verstehen? zur gleichen zeit ächtzen die berliner universitäten noch unter den lücken, die durch die letzten kürzungsrunden entstanden sind. an der humboldt universität, so berichtet der referent_innenrat, von der letzten sitzung des akademischen senats, stehen im schlimmsten fall

    wahrscheinlich notwendigen Kürzungen in Höhe von 27 Mio.€,

    auf grund der gestiegenen personalkosten, vor der tür. diese angaben stammen von einer powerpoint-präsentation, die im akademischen senat vorgestellt wurde. leider finden sich keine angaben, wer diese präsentation erstellt hat. ;-) der referent_innenrat führt weiter aus:

    Obwohl die Hochschulvertragsverhandlungen (darin wird festgelegt, wieviel Geld die Hochschule in den nächsten Jahren zur Verfügung hat) erst noch gefürht werden, hält der RefRat die Einschätzung, dass wir vor der nächsten Sparrunde stehen für sehr realistisch. Wir gehen davon aus, dass noch in diesem Jahr eine Strukturplanungsdiskussion stattfinden wird. Stellenstreichungen im Ausmaß von 2003/04 sind nicht unwahrscheinlich. (Damals wurden ca. 70 Professuren und mehrere Hundert MitarbeiterInnenStellen gestrichen.) Dies würde das Aus für nicht wenige Fächer bedeuten!

    zusammenfassung: auf einer seite sollen an förderungswürdige und “exzellente” forschungsprojekte  gelder (160.000.000 €) durch eine neue stiftung zugewiesen bekommen und auf der anderen seite besteht die gefahr, dass an den berliner universitäten wieder fleißig gespart wird. und das ist nun wirklich nicht mehr zu verstehen – oder?

    es findet dabei leider keine diskussion zur aktuellen lage an den universitäten statt, an denen:

    • überfüllte vorlesungen und seminare tagesordnung sind
    • forschung immer wichtiger wird als lehre
    • lehraufträge gering oder teilweise gar nicht mehr bezahlt werden
    • die wortgruppe “betreuung von studierenden” nur noch in historischen dokumenten aufzufinden ist
    • an denen eine gleichberechtigte mitbestimmung aller statusgruppen lediglich ein traum bleibt
    • ökonomisierung und drittmittelwahn die unabhängigkeit der lehre und forschung gefährden
    • gravierende probleme zur studierbarkeit festgestellt wurden
    • sich unipräsidien als neue unhinterfragbare herrscher institutionalisieren
    • konzepte neuen lernens gelehrt, aber selten gelebt werden
    • nur ca. 15 % der professuren von frauen besetzt werden
    • … .

    22.05.2008: schul- und unistreik in berlin

    flyer für den bildungsstreiktag

    am 22.05.2008 heißt es, für bessere bildungsbedingungen an schulen und universitäten auf die straße zu gehen.

    weitere hintergrundinformationen und links findet ihr bei indymedia und auf schulaction.

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