phantastischer bibliothekar – die magier von pierre grimbertn

magic library mistressin premiumpresse wird für den 3. teil einer vierbändigen magiersaga geworben. in “Die Magier 03. Götter der Nacht” schreibt pierre grimbert der bibliothek eine wichtige rolle zu:

Im dritten Band erhalten sie auf ihrer Flucht einen entscheidenden Hinweis zum Geheimnis der Pforten der Insel: in der Stadt Romin befindet sich eine uralte Handschrift ihrer Ahnen in einer Bibliothek verborgen. Grimbert, selbst Bibliothekar, Buchwissenschaften und Publizistik fühlt sich hier als Autor ganz in seinem Element und schreibt plastischer und mitreißender denn je. (quelle)

tolles lob für einen bibliothekar: plastisch und mitreißend. danke an pierre grimbert.

dit was! – letztes mal vorhang auf im berliner wintergarten varieté

dit was!

dit was!

so ein varieté ist kein automobilkonzern, keine große bank und auch kein chiphersteller oder sonstwas. das wintergarten varieté bekommt deshalb auch keine unterstützung durch die sonst so spendierfreudig gewordenen politiker_innen.

Wenn die 2.000 Glühlampen an der Fassade und der Sternenhimmel im Saal nach 17 Jahren erlöschen, werden rund 2,5 Millionen Menschen den Unterhaltungspalast besucht haben. Zuletzt blieben allerdings zu viele der 500 Sitzplätze leer, um den Betrieb wirtschaftlich führen zu können. Bereits im vergangenen Juni hatte Geschäftsführer Frank Reinhardt Insolvenz anmelden müssen. Das Vertrauen, dass sich die Produktionen und damit die Zeiten im Wintergarten in naher Zukunft bessern würden, hatten die Gläubiger offensichtlich nicht. Das Aus für die Traditionsbühne in der Potsdamer Straße und seine 68 Mitarbeiter war somit beschlossene Sache. “Wir haben alles versucht, aber es ist die traurige Wahrheit, dass es aus verschiedenen Gründen nicht gereicht hat”, sagte Reinhardt Anfang Januar. (taz)

mit feuer gegen den untergang?

mit feuer gegen den untergang?

am 31.01.2009 fiel im berliner wintergarten der letzte vorhang und gerüchten zufolge soll nun in das gebäude ein baumarkt einziehen. ich hatte das große glück gemeisam mit mitarbeiter_innen und freund_innen des varieté im rahmen einer crew-party abschied zu nehmen. ich verbrachte einen wunderbaren abend und fühlte mich durch diese show bestens unterhalten. besser als durch das eine oder andere reguläre  progamm im wintergarten.

also ein herzliches dankeschön an die mitarbeiter_innen für den kampf um den erhalt des wintergartens und einen unvergesslichen abschiedsabend. war es das? oder gibt es doch doch noch eine rettung?

Im Wintergarten bereitet man sich auf die Abschiedsvorstellung vor. Zugleich bemühen sich die Mitarbeiter um eine Rettung des Theaters wie ihrer Arbeitsplätze. Sie wollen die Bühne ab dem 15. Februar gern in Eigenregie mietfrei mit dem Notprogramm “Hurra, wir leben noch” weiter bespielen und mit den Abendeinnahmen die laufenden Betriebskosten finanzieren.

Die Mitarbeiter hoffen dabei auf Hilfe durch Künstler und die Politik, namentlich den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). An ihn appellieren sie mit dem Werbeslogan “be Berlin – be Vielfalt – be Varieté!” Unterstützt werden die Mitarbeiter nach eigenen Angaben auch von Künstlern wie Georg Preuße (Mary), dem Comedian Eckart von Hirschhausen sowie den Regisseuren Christoph Hagel und Winfried Bauernfeind, dem langjährigen Regisseur an der Deutschen Oper Berlin. (taz)

hurra wir leben noch! – oder wintergarten-varieté am ende?

plakat 1903

plakat 1903

das berliner wintergarten- varieté steht kurz vor der schließung. auf der homepage der berühmten berliner kultureinrichtung verabschieden sich die mitarbeiter_innen:

Leider wird das Wintergarten Varieté nach 16 Jahren am 31. Januar 2009 zum letzten Mal seine Türen öffnen. Wir wollen uns bei Ihnen, unserem Publikum aus Berlin, Deutschland und fast der ganzen Welt herzlich bedanken. Wir hoffen, dass Sie mit uns eine schöne, faszinierende und einmalige Zeit hatten. Wir haben die Zeit mit Ihnen und unseren internationalen Künstlern immer genossen.

ist das geschichtsträchtige wintergarten- varieté nicht mehr zu retten? gibt es neben den milliarden, die zur zeit für banken, autoindustrie und konjukturprogramme ausgegeben werden keinen cent mehr für den erhalt eines varieté-theaters?

ein letztes winken?

ein letztes winken?

die mitarbeiter_innen geben ihr haus jedoch noch nicht verloren. sie starteten die aktion “hurra wir leben noch!” und würden das varieté gern in eigenregie weiterführen und erbitten sich dabei die unterstützung der berliner politik (süddeutsche, der standard, morgenpost).

Ohne die Hilfe des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit kommt allerdings die Rettung nicht zustande, sind sich die leitenden Mitarbeiter des dem Staunen gewidmeten Hauses an der Potsdamer Straße sicher. „Be Berlin – Be Wintergarten-Varieté“ ist das Motto eines Briefes, in dem Klaus Wowereit um Unterstützung gebeten wird, unter anderem soll er den Vermieter und Gebäudeeigner, die Kuthe GmbH, zu einer Kooperation bewegen. Das Haus sollte für das vierwöchige Rettungsprogramm mietfrei zur Verfügung stehen. „Klaus Wowereit ist unsere Hoffnung. (tagesspiegel)

unterstützt die mitarbeiter_innen und künstler_innen bei ihrem kampf um den erhalt der berliner kultureinrichtung und wendet euch an den zuständige senatskanzlei, an politiker_innen eures vertrauens oder an den regierenden bürgermeister, ….

den kopf nicht hängen lassen

den kopf nicht hängen lassen

ich habe mich vorsichtshalber mit dem besuch der letzten aufführung von “heidi sucht den schnee” vom wintergarten verabschiedet und einen wunderbare nachmittag in einem wunderbaren ambiente verbracht. fotos zum programm habe ich in meinem flickeraccount zur verfügung gestellt.

aber vielleicht sollte ich den kopf noch nicht zu früh hängen lassen und es wird alles wieder gut.

creative commons und kulturflatrate erklärt vom elektrischen reporter

der elektrische reporter hat ein neues meister_innenwerk zum thema creative commons und kulturflatrate erstellt. unter dem titel “urheber 2.0: was tun, wenn keiner kauft?” bietet das video einen umfassenden einblick in die “neuen” formen der digitalen kulturverbreitung:

gefunden im open source weblog

altes recht in neuen datenkabeln – kleine einführung in das urheber_innenrecht in 10:32 minuten

der elektrische reporter hat wieder einmal ein wunderbares video ins netz gebracht. dieses mal geht es um die frage der geltenden urheber_innenrechte und den damit verbundenen “problemen” bei digitalen medien.

text und blog hat bereits auf den rss-feed zur regelmäßigen sendung des elektrischen reporters hingewiesen, aber für diese sendung kann überhaupt nicht genug geworben werden.

immer weniger geld für bibliotheken? – kulturfinanzbericht 2008 zu den ausgaben der öffentlichen hand

eat money von wai.ti (flickr)

eat money von wai.ti (flickr)

heute veröffentlichte das statistische bundesamt im kulturfinanzbericht 2008 eine übersicht zu den kulturausgaben der öffentlichen hand. dort finden sich detaillierte ergebnisse für das Jahr 2005.

Zu den Bibliotheken gehören öffentliche, wissenschaftliche und Spezialbibliotheken. Für das Jahr 2007 registrierte das Hochschulbibliothekszentrum Köln knapp 7 000 öffentliche Bibliotheken. Da diese Statistik nur diejenigen Bibliotheken aufweist, die eine Meldung abgaben, wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. (s. 50)

2005 wurden für bibliotheken insgesamt 1.101,7 (Mio. €) ausgegeben. das entspricht einer pro kopf-ausgabe von 13,4 €. in realtion zu den gesamten ausgaben für kultur wurden 13,8 % für das bibliothekswesen ausgegeben. der unterschied zwischen den einzelnen bundesländern ist enorm. so betragen die ausgaben in den einzelnen bundesländern (pro kop) für den spitzenreiter berlin 19 €, für bayern 12,3 und für das schlusslicht saarland 5 €.

Butchers Day von svenwerk (flickr)

Butcher's Day von svenwerk (flickr)

ich habe recherchiert, wie sich die ausgaben für das bibliothekswesen (einschließlich archive) in den letzten jahren verändert haben:

  • 2005 – 1.101,7 Mio. – 13,4 € (pro kopf)
  • 2004 – 1.272,5 Mio. – 15,4 €
  • 2003 – 1.371,7 Mio. – 16,7 €

ganze 2,7 € pro kopf weniger gibt die öffentliche hand für das bibliothekswesen (einschließlich archive) aus. ich vernachlässige jetzt einmal die inflationsrate und die steigenden kosten.

es braucht dringend und gerade im hinblick auf die deutlichen unterschiede in den einzelnen bundesländern ein bundesweites bibliotheksgesetz, um diese katastrophale entwicklung zu stoppen und diese schnellstmöglich umzukehren.

leider konnte ich den angekündigten ausführlichen bericht (110 seiten) trotz der folgenden ankündigung nur schwer finden:

Der Bericht, die Daten zu den Kulturausgaben der deutschen kreisfreien Städte und aller Städte über 100 000 Einwohner sowie das Datenmaterial zur Entwicklung der Kulturausgaben sind als kostenloses Download auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de, Stichwort: Kulturfinanzbericht, erhältlich.

die suche auf der miserablen internetseite des statistischen bundesamtes war und ist mir eine qual und führte trotz der eingabe “kulturfinanzbericht” nur zu kostenpflichtigen angeboten. zur längeren suche auf solchen für benutzer_innen mehr als unfreundlichen seiten, vergeht mir schnell die lust. :-(

im statistikportal bin ich dann mit dem angegebenen suchbegriff fündig geworden. schöner und einfach wäre es für alle, wenn gleich in der pressemitteilung des bundesamtes ein link auf das dokument verweisen würde.

vom ende der bibliotheken als kulturelles gedächtnis

in welt online schreibt hendrik werner in dem artikel “computer erinnern anders” das ende der bibliotheken als kulturelle und künstliche gedächtnisse herbei:

So unkte der Philosoph Vilém Flusser in den Achtzigern, bald werde es “andere und bessere künstliche Gedächtnisse geben als Bibliotheken. Alles, was bisher in Bibliotheken aufbewahrt ist, wird in diese neuen Gedächtnisse übertragen werden. Der Inhalt der Encyclopaedia Britannica wird darin weniger als einen Kubikzentimeter beanspruchen, und jede in ihr enthaltene Information wird auf Tastendruck augenblicklich zur Verfügung stehen.” Dieses als Warnutopie gemeinte Orakel ist längst Realität geworden; der Erinnerungsfähigkeit des Menschen hat das bislang keinen Abbruch getan.

freie musik verbreiten und fördern – beim openmusiccontest in marburg

vom 25. Juni bis zum 15. Juli 2008 können sich künstler_innen um eine teilnahme am openmusiccontest (omc) bewerben. der marburger asta führt diesen wettbewerb zum 4. mal durch und fördert dadurch die verbreitung freier musik und eine auseinandersetzung mit inhalten unter freien lizenzen. die gewinner_innen des wettbewerbs können ihre beiträge auf einem sampler und in einem radiostream veröffentlichen.

Creative Commons Moon. by Jeffrey Beall (flickr)

Die Musikstücke, mit denen sich die Bands bewerben, müssen unter einer Creative Commons-Lizenz stehen. D.h. diese Musik wird “frei” — sie darf kopiert und verbreitet werden, solange dabei die Urheber/innen des Stücks genannt werden und wiederum auf die Lizenz hingewiesen wird. Dabei können die Bands darüber entscheiden, ob dies auch für die kommerzielle Nutzung gestattet ist, und ob die Stücke auch in veränderter Fassung verbreitet werden dürfen oder nicht. So ist es möglich, die veröffentlichten Sampler auch zum freien Download anzubieten. Der OpenMusicContest gilt als eines der größten Real-Life-Events der Creative Commons Community. Wir verfolgen modellhaft über Musik das Ziel, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein über urheber- und verwertungsrechtliche Konsequenzen der digitalen Informations-Epoche zu schärfen. [mehr...]

vielleicht bewerben sich in diesem jahr auch einige pop/post/queerfeministische bands und bereichern den contest mit ihren beiträgen.

hier ein hörbeispiel aus dem letzten jahr, in dem die verbreitung von freien inhalten thematisiert wird:  jamin*inc: was ist härter v20

leider habe ich noch keinen wettbewerb in dieser art für die verbreitung von freien filmen gefunden. :-(

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