buben, baraban – kriminelle bibliothekarin in preisgekröntem film

beim filmfestival in locarno erhielt der film buben, baraban von aleksei mizgiryou den spezial- und regiepreis. die hauptdarstellerin, eine mittellose bibliothekarin, versucht sich mit dem verkauf von büchern aus dem bestand ihrer bibliothek über wasser zu halten.

Der Film spielt in Russland während der schwierigen Übergangsphase Ende der 90er Jahre. Erzählt wird von einer mittellosen Bibliothekarin, deren Liebe sich wegen eines Bagatelldelikts zerschlägt. (Quelle)

eine ausführliche besprechung des films findet sich bei outnow.ch. dort heißt es:

Bibliothekarin

Bibliothekarin

Sie ist Bibliothekarin, bewohnt eine sehr kleine Mietwohnung und versucht nebenbei ihren mageren und immer zu spät eintreffenden Lohn mit dem illegalen Verkauf von Büchern aus der Bibliothek aufzubessern. Anders kommt sie nämlich kaum über die Runden. Ihr trister Alltag hat sie abgestumpft und einzig ihre Berufskollegin holt sie zwischendurch aus ihrer Lethargie heraus. (outnow.ch)

trist, abgestumpft und letahrgisch – das klingt doch stark nach dem allseits bekannten und vielfach wiederholten bibliothekar_innenstereotyp- oder? und wie es sich für die graue maus gehört, wird sie von der “liebe” entfesselt (frei zitiert nach monika bargmann).

ich bin gespannt auf den kinostart des films und werde sicherlich von meinen eigenen eindrücken hier im weblog berichten.

bibliothekar im kino – “wir sind alle erwachsen”

anfang mai startet im kino der film “wir sind alle erwachsen” von anna novion. und in einer hauptrolle sehen wir den bibliothekar albert. in einer besprechung zum film schreibt daniel nehm im weblog critc.de:

Ohne Worte wird der knöcherne Charakter dieses bärbeißigen Bibliothekars beschrieben, der „seinen Beruf liebt“ und seine Tochter dominiert, der Spießer und sanfter Träumer zugleich ist. (Quelle)

na dann mal ab ins kino und berufsstereotype studieren.

NACHTRAG: in einem interview sagt die regisseurin über albert:

Er ist ein frustrierter Bibliothekar. Zweifellos wäre es sein Traum gewesen, Professor für Geschichte an der Sorbonne zu werden. Übrigens neigt er oft dazu, sich als großer Redner aufzuschwingen. Er geht sehr methodisch vor und folgt einem strikten Plan – das ist auch so eine Art, die seinem Bedürfnis nach einem festen Halt entgegenkommt. Er ist ein Typ, der einfach nicht wahrhaben will, dass viele Dinge um ihn herum sehr brüchig sind. (Quelle)

bibliothekar vom dämonen besessen – die dämonenhochzeit

dämonen

überall dämonen

in der john sinclair folge die dämonenhochzeit spielt ein bibliothekar eine wesentliche rolle: als besessener handlanger des schwarzen todes:

Während seinen Untersuchungen fällt Sinclairs Verdacht auf Viktor Gonsior, den Bibliothekar des Völkerkunde-Instituts. Gonsior beherrscht die schwarze Kunst des Voodoo. Wie sich herausstellt, will der Voodoomeister die drei toten Frauen mit seiner finsteren Fähigkeit wiederbeleben. Ohne es zu ahnen, wird er dabei vom Herrscher der Dunkelheit, dem ‘Schwarzen Tod’ gesteuert. Der grausame Dämon will die Seelen der drei Toten für seine Zwecke benutzen. Mit ihnen will er die seit 500 Jahren verschollene Leiche der ‘Fürstin der Finsternis’ wieder erwecken. (cinefacts)

die drei ??? brauchen keine bibliotheken mehr – das verfluchte schloss

in einer filmbesprechung zum kinofilm die drei ??? : das verfluchte schloss (kinostart 19.03.) schreibt kathrin häger über die  recherche der drei detektive :

Bibliotheken, Zeitungsarchive und Geheimschriften sind bei den filmischen Erkundungen des „verfluchten Schlosses“ inzwischen natürlich passé. Die drei Satzzeichen sind in der Jetzt-Zeit angekommen: Internet, GPS und Handys erleichtern mittlerweile nicht nur James Bond die Arbeit. Von dessen Schlagkraft und Libido sind die Nachwuchs-Agenten aus Rocky Beach zwar noch weit entfernt, doch beginnt auch ihr Abenteuer mit einer Videobotschaft. (film-dienst)

achja – bibliotheken und jetzt-zeit, das passt natürlich nicht mehr zusammen – das ist doch schnee von gestern, denn heute ist internet, videobotschaft und gps und handy und das alles hat nach meinung der autor_in der kritik nichts mit bibliotheken zu tun.

wie geht es dann aber weiter mit den drei fragezeichen? wenden sich justus jonas, peter shaw und bob andrews für immer ab vom fundierten recherchieren in archiven und bibliotheken? und was wird aus bob andrews?

[...] denn er ist ein leidenschaftlicher Bücherwurm und arbeitet in den früheren Folgen der Serie nachmittags oft in der lokalen Bücherei. Bob ist der kleinste der drei Detektive und trägt anfangs eine Brille, später Kontaktlinsen. In Bibliotheken und Zeitungsarchiven fühlt er sich wie ein Fisch im Wasser. Keine Information entgeht seiner gewissenhaften Suche. Außerdem fotografiert er gerne und entwickelt die Fotos in der Dunkelkammer der Zentrale, was für die Detektivarbeit immer wieder nützlich ist (in späteren Folgen allerdings nicht mehr, da sie dort eine Digitalkamera besitzen).(wikipedia)

bibliothekar mit gendefekt kommt ins kino – the time traveler’s wife

cover des romans

cover des romans

nach einigen fragen zum verbleib des filmes “the time traveler’s wife” findet sich bei widescreen vision der hinweis, dass die verfilmung des romans von audrey niffenegger im august 2009 in den usa in die kinos kommen wird. dann endlich kann der bibliothekar, der aufgrund eines gendefekts in der zeit reisen kann, über die leinwände dieser welt flimmern. sobald der voebb wieder erreichbar ist, bestelle ich mir das buch.

schade, dass in der deutschsprachigen wikipedia kein wort dazu zu finden ist, dass der “held” der geschichte ein bibliothekar ist. in der englischsprachigen version findet sich dieser hinweis:

The novel tells the story of Henry DeTamble (born 1963), a librarian at the Newberry Library in Chicago, and his wife, Clare Abshire (born 1971), an artist from a wealthy family who makes paper sculptures.

sobald ich das buch gelesen habe, werde ich dies wohl in der deutschsprachigen wikipedia ergänzen müssen.

ich bin gerade am überlegen, welche vorteile die fähigkeit zur zeitreise für die tägliche bibliothekarische arbeit mit sich bringen würde? mhm

hier zum einstimmen eine kurze lesung des prologs aus dem buch “die frau des zeitreisenden”:

ran an die kommentare zum freien film “die heide ruft” und überraschungspakete gewinnen

SPASS by Julian Turner (flickr)

SPASS by Julian Turner (flickr)

das filmprojekt disgenderbility.de lädt bis zum 14.12.2008 ein, an einer verlosung zum dokumentarfilm “die heide ruft: sexualbegleitung für menschen mit beeinträchtigungen” teilzunehmen.

was müsst ihr dafür tun?

  1. film ansehen: z.B. als stream im internet archive, als ogg-datei zum download, die dvd gegen spende besorgen oder in der bibliothek (voebb, genderbibliothek) bestellen
  2. eine eigene meinung bilden und formulieren
  3. diese meinung in den kommentarteil schreiben
  4. und hoffen, dass ihr am 15.12. eins von drei großartigen überraschungspaketen gewinnen werdet.

hier der trailer als erstes appetithäppchen:

19.11.2008 filmpremiere – “das burlebübele mag i net – bewegte lesben in ost und west”

vor kurzem saß ich noch gemeinsam mit dem schnittteam (sandra luka stoll, anke schwarz) in einem  schnittraum und feilte an meinem film. im november bringt nun das studentische filmteam (sandra luka stoll, anke schwarz, roman klarfeld) ihren dokumentarfilm “das burlebübele mag i net : bewegte lesben in ost und west” zur allerersten vorführung (weltpremiere).

da ich im schnittraum hin und wieder etwas gelunscht habe, kann ich euch diese dokumentation nur wärmstens empfehlen. in der ankündigung heißt es:

Anhand zweier Biografien nähert sich der Film den Anfängen der Lesbenbewegungen in Ost- und Westberlin. Er stellt sowohl Parallelen als auch Besonderheiten des alltäglichen Lebens sowie einer politischen Organisierung von Lesben im geteilten Berlin der 70er und 80er Jahre heraus.

Mit den Protagonistinnen Cristina Perincioli und Ursula Sillge. Der Dokumentarfilm ist enstanden am Kulturwissenschaftlichen Seminar der HU, im Videoseminar “Parallele Biografien Ost-West” im Sommersemester 2008 bei Prof. Dr. Christina von Braun.

für den filmtitel stand ein, mir bisher unbekanntes, volkslied pat_in. ;-)

die premiere findet am 19.11.2008 um 19.00 Uhr im schwuz (mehringdamm 61) statt. hier findet ihr noch flyer zum verteilen und plakate zum aufhängen.

schätze zur berliner bibliotheksgeschichte im ffbiz gehoben – bibliothekar_innen sammelt euch selbst!

auf der suche nach füllmaterial (schnittbilder für meinen film) erhielt ich tatkräftige unterstützung durch prof. ursula nienhaus, der leiterin des ffbiz .

San Jose State Wahlquist / Library North (1942-2000) by san jose library (flickr)

San Jose State Wahlquist / Library North (1942-2000) by san jose library (flickr)

ich habe heute nachmittag ca. 50 bilder aus den anfängen der öffentlichen bibliotheken berlins gesichtet und einige für die vewendung in meinem film ausgewählt. die bilder stammen aus dem “fotoalbum meinicke” und sie dokumentieren die bibliothekarische arbeitswelt in der berliner stadtbücherei charlottenurg um 1905.

meine freude über den fund verstärkte sich, als mir die hilfsbereite archivarin noch einige vhs-kassetten zur sichtung angeboten hat. diese kassetten enthalten interviews, die prof. frank heidtmann in den 1990er jahren mit berliner bibliothekar_innen (zb. geführt hatte. ich habe die interviews kurz eingesehen und bin schwer begeistert, dass diese wichtigen zeugnisse berliner bibliotheksgeschichte erhalten geblieben sind. ein unglaublicher schatz bibliothekarischer oral history. so habe ich z.b. gelernt, dass es in berlin bereits einmal für 10 jahre ein bibliotheksgesetz gegeben hat.

danke an frank heidtmann, der umsichtig diese bestände vor der vernichtung bewahrt hat. und ein dankeschön an ursula nienhaus, die diese und viele andere materialien des 1994 fusionierten instituts für bibliothekswissenschaft der fu berlin für die nachwelt im ffbiz aufbewahrt hat.

San Jose State Wahlquist / Library North (1942-2000) by san jose library (flickr)

San Jose State Wahlquist / Library North (1942-2000) by san jose library (flickr)

für studierende der bibliothekswissenschaft lassen sich sicherlich noch einige interessante materialien für ba- oder magister-bzw. masterarbeiten zur bibliotheksgeschichte und vor allem zur geschichte der berliner bibliothekswissenschaft im ffbiz entdecken. vielleicht finden sich ja ein- oder zwei geldgeber_innen, die durch ihre finanzierung ermöglichen, dieses videoprojekt weiter zu führen.

das heutige erlebnis ist aber nicht nur mit ausgelassener freude verbunden, sondern ich stelle mir erneut die frage, warum bibliotheken, die oft als kulturelles gedächtnis gedacht werden, sich und ihre geschichte so wenig sammelns- bzw. erhaltenswert finden. es fehlt ein museum oder archiv für bibliotheksgeschichte, in dem die geschichte einer so wichtigen einrichtung erlebbar und vor allem erinnerbar bleibt.

punks not dead – young@heart als lebender beweis

Punks Not Dead Tee by StreetFly JZ (flickr)

Punks Not Dead Tee by StreetFly JZ (flickr)

ich habe gerade der musikempfehlung von text&blog folgend ein wenig in youtube gestöbert. und ich habe dabei wieder einmal einen chor gefunden, den ich allen empfehlen kann. dieses mal nicht nur ein ohrenschmaus für die punks und rocker_innen und natürlich alle chorliebhaber_innen unter euch, sondern auch etwas fürs auge.

am 02.10.2008 startete der film “young@heart” in den deutschen kinos. stephen walker begleitet den chor mit dem durchschittsalter von 75 jahren auf einer sechswöchigen tour.

punk by Dr Case (flickr)

punk by Dr Case (flickr)

filmkritiken gibt es bereits bei filmstarts und bei jowood blockt(t). neben der interpretation wahrhaft großer punk- und rockhymnen begeistert mein web2.0 herz der laufende youtube video contest zum film.

für hintergrundinformationen zum chor bieten sich ein besuch bei myspace und der homepage zum film an. aber nun auf die ohren, augen und herzen AUF und die drei folgenden videos anschalten (ich habe euch unter den videos noch einen link zum original eingearbeitet):

neues vom filmprojekt – running librarians und brilliant ideas als filmmusik

rohschnitt gucken by marius.zierold (flickr)

rohschnitt gucken by marius.zierold (flickr)

der schnitt meines dokumentarfilms geht nun wirklich dem ende entgegen. im november/dezember gehe ich noch für eine woche in den schnittraum, um an ein bis zwei toneinstellungen und an einem trailer zu arbeiten. und dann ist der filmische teil meiner arbeit endlich fertig. :-)

die filmmusik steht mittlerweile auch fest. ich habe mich für folgende titel entschieden. beide stücke habe ich bei jamendo gefunden. viel spass beim reinhören:

danke an torley und per boysen, dass sie ihre musik unter verwendung einer creative commons lizenz bereit gestellt haben.

für den schriftlichen teil werde ich in den nächsten tagen häufiger in der berliner stadtbibliothek anzutreffen sein, um die materiallage für meine diskursanalyse zur frage “geschlecht – (k)ein thema in bibliotheken?” besser einschätzen zu können.

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