im deutschlandradio kultur spricht am 25.10.2010 hans peter weigel das wort zum tage und singt dabei ein hohes lied auf den service von drei bibliothekarinnen.
Die drei Bibliothekarinnen, sie kommen mir vor wie Kriminalkomissarinnen, die keine Ruhe geben bevor sie nicht den Täter gefasst haben. Sie legen meinen Fall nicht einfach zu den Akten. Sie hatten mir im Moment nicht helfen können, doch in ihrem Langzeitgedächtnis arbeitet etwas weiter. Mein Problem beschäftigt sie und dann helfen sie eben später. …
beim filmfestival in locarno erhielt der film buben, baraban von aleksei mizgiryou den spezial- und regiepreis. die hauptdarstellerin, eine mittellose bibliothekarin, versucht sich mit dem verkauf von büchern aus dem bestand ihrer bibliothek über wasser zu halten.
Der Film spielt in Russland während der schwierigen Übergangsphase Ende der 90er Jahre. Erzählt wird von einer mittellosen Bibliothekarin, deren Liebe sich wegen eines Bagatelldelikts zerschlägt. (Quelle)
eine ausführliche besprechung des films findet sich bei outnow.ch. dort heißt es:
Bibliothekarin
Sie ist Bibliothekarin, bewohnt eine sehr kleine Mietwohnung und versucht nebenbei ihren mageren und immer zu spät eintreffenden Lohn mit dem illegalen Verkauf von Büchern aus der Bibliothek aufzubessern. Anders kommt sie nämlich kaum über die Runden. Ihr trister Alltag hat sie abgestumpft und einzig ihre Berufskollegin holt sie zwischendurch aus ihrer Lethargie heraus. (outnow.ch)
trist, abgestumpft und letahrgisch – das klingt doch stark nach dem allseits bekannten und vielfach wiederholten bibliothekar_innenstereotyp- oder? und wie es sich für die graue maus gehört, wird sie von der “liebe” entfesselt (frei zitiert nach monika bargmann).
ich bin gespannt auf den kinostart des films und werde sicherlich von meinen eigenen eindrücken hier im weblog berichten.
das hamburger theater triebwerk bringt mit “kleiner werwolf” ein stück von cornelia funke auf die bühne. in dem stück treffen wir auch auf eine bibliothekarin:
Martin Frolowitz wird durch einen grauen Dutt zur vollbärtigen Bibliothekarin, die im Rhythmus des knackigen Sounds stempelt. Das gefällt den Kindern sichtlich. (quelle)
morgen lasse ich in der bibliothek auch den stempel zum sound aus meinen pc-boxen auf- und niedersausen. nur was für ein lied soll ich dabei spielen?
wer hätte das gedacht, da tut sich doch für die vielen bibliothekarinnen eine gute möglichkeit zum nebenverdienst oder jobwechsel auf,
[d]enn eine Agentin ähnelt eher einer Bibliothekarin oder einer Klavierlehrerin. Das behauptet zumindest Wilhelm Dietl, Ex-Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes, der für sein Buch “Spy Ladies” (2006) neun Spioninnen traf. Die “Bond-Klischees” von der vor Sex-Appeal strotzenden Geheimnisvollen hätten diese Frauen und auch andere bekannte Fälle, nicht erfüllt, sagte Dietl dem Standard. (Quelle)
wilhelm dietel führt, im gespräch mit dem standard, zu den berufsanforderungen an eine agentin bibliothekarin 007 weiterhin aus:
Eine Agentin muss vielmehr mit Sprachkenntnissen brillieren, psychologisch gut geschult und in die auszukundschaftende Materie gründlich eingearbeitet sein. Der Vorteil, den eine Frau in diesen Job mitbringe, ist laut Dietl, dass sie sich aus prekären Situationen besser herausrede, während der männliche Kollege eher auf Konfrontationskurs gehe.
und ausreden haben gerade bibliothekar_innen, die in der ausleihe arbeiten, massenhaft kennengelernt. vielleicht findet sich in bibliojobs dann demnächst eine anzeige agentin gesucht.
bei opinio findet sich unter der rubrik fantasy eine kurzgeschichte von micasa mit dem titel “die bibliothekarin: eine fast wahre geschichte“. in dieser erzählung wird die besondere recherchefähigkeit und die beratungsfähigkeit der rothaarigen bibliothekarin hervorgehoben. ohne mit der nutzerin ins gespräch zu kommen, empfiehlt die hellsichtige bibliothekarin ihr ein buch, mit dem sich sich ihren sehnlichsten wunsch erfüllen kann. einfach verhext und besser als jeder empfehlungsservive von amazon.
beim eintritt in die bibliothek empfindet die protagonistin der geschichte den bücherraum in seiner ganzen pracht.
Der Duft der Bücher, dieser ganz spezifische Geruch wehte ihr um die Nase. Sie atmete ihn tief ein und sprach innerlich ein Mantra: Loslassen, frei werden, loslassen. Sie spürte, dass sie sich gleich ein bisschen besser fühlte.
bei ihrer suche nach dem rettenden buch
… stieß [sie] mit einer Bibliothekarin zusammen, die sie hier noch nie gesehen hatte. Ihr rotes Haar stand in wilden Locken wie ein Feuerkranz um ihren Kopf. Erst wollte sie weitergehen, dann bemerkte sie, dass diese sie genau beobachtete. Sie fühlte sich gemüßigt, sie wenigstens mit einem Nicken zu grüßen und sich so für den ungewollten Zusammenstoß zu entschuldigen. Überraschenderweise macht die Bibliothekarin einige Schritte auf sie zu und sagte: “Kommen Sie Für Sie habe ich heute ein besonderes Buch.”.
in zwei zusammenschnitten aus der serie “eine schrecklich nette familie” begeben sich al bundy in seine schulbibliothek und bud bundy in die universitätsbibliothek. filme ab:
reise in die vergangenheit aus der 3. staffel der serie:
im juli wurde eli bauer 100 jahre alt und sie wird nicht müde vier mal in der woche in der bibliothek der katholischen sozialakademie zu arbeiten. ca. 18.000 bücher verwaltet die ehrenamtliche bibliothekarin.
Doch Elli Bauer bleibt hartnäckig – ein Wesenszug von ihr. Mit 90 Jahren lernte sie, den Computer zu bedienen. Vier Tage in der Woche arbeitet sie. Nur am Dienstag kommt sie nie: “Einen Tag braucht man auch für sich.” (wien.orf)
hutjonglage auf der ejc karlsruhe
mir bleibt nur noch eins zu sagen: nachträglich alles gute zum gebutstag und hut ab.
ps. schade finde ich, dass die bibliothek auf der internetseite der katholischen sozialakademie nicht zu finden ist. handelt es sich vielleicht um eine geheimbibliothek? oder sind 18.000 bücher keine erwähnung wert?
bibliothekar_innen werden seit längerem mit einigen weniger erfreulichen zuschreibungen zusammen gedacht. ein beispiel hierfür ist folgender blogeintrag von perez hilton:
Well, Stefanie is back with a new single and her smooth vocals.
Though she may look like an emo librarian, her sound is definitely soul. And her voice is like honey!
in diesem eintrag, der unter dem titel “Watch & Listen: Our Favorite Nerdy Librarian Is Back!” veröffentlicht wurde, berichtet perez über das neuste video von stefanie heinzmann. in espace.ch wird dieser artikel nocheinmal aufgegriffen und in folgender weise übersetzt:
Der amerikanische Promi-Blogger Perez Hilton, der schon über Erfolg oder Misserfolg von manchem Pop-Sternchen entschied, sagte erst kürzlich vielversprechend über Stefanie: «Obwohl sie ein bisschen aussieht wie eine kauzige Bibliothekarin, ist Ihr Sound denfinitiv Soul. Und ihre Stimme wie Honig, die Schweizer Version einer Joss Stone.».
also wie? kauzig und nerdy sind also assoziationen, die mit bibliothekar_innen verbunden werden. diese beiden begriffe stehen synonym auch für außenseiter_in, Eigenbrötler_in, Exzentriker_in, sonderling und spinner_in (nach wiktionary).
dann wagen wir mal einen zwei blicke auf die künstlerin:
mhm – wie kommt perez nun zu seiner einschätzung? ich denke, die brille war es, die bei ihm die verknüpfungen ausgelöst hatte. wahrscheinlich reicht es aber nicht aus, wenn alle bibliothekar_innen ihre brillen durch kontaktlinsen ersetzen und mit klaren grünen augen gegen stereotype anzuzwinkern.
was gibt es für möglichkeiten dem verstaubten und stereotypisierten bild der bibliothekar_in etwas entgegen zu setzen? wie kommt es zu den stereotypen? gibt es vorschläge oder erfahrungen dem zu begegnen?
auf meiner suche nach geeigneter filmmusik habe ich bisher ein lied von haunted love in die nähere auswahl genommen. weitere lieder habe ich bereits bei jamendo gesammelt.
da ich im webauftritt leider keine genauen angaben zur verwendeten lizenz finden kann, frage ich da mal an, ob ich diese musik verwenden darf.