möhrensturm zum buchladen – am 18.12.2010 zum 5. berliner carrotmob beim berliner büchertisch

im oktober 2008 habe ich das erste mal in meinem blog über einen carrotmob berichtet. um so mehr freut es mich, dass mein aktueller arbeitgeber, das soziale antiquariat “berliner büchertisch“, am 18.12.2010 carrotgemobt wird und ich gemeinsam mit der bund jugend berlin an der werbung für diese einkaufsaktion mitarbeiten darf. :-)

die bund jugend hatte in berlin verschiedene buchläden aufgefordert ein angebot einzureichen, welchen anteil des umsatzes die buchläden für die reduzierung der CO2-bilanz in ihren geschäften aufwenden wollen.

“Der Berliner Büchertisch hat mit folgendem gestaffeltem Angebot den Zuschlag erhalten:

  • 70 % des Umsatzes des Ladenverkaufs und des Kiloverkaufs gebrauchter Bücher
  • 30 % des Umsatzes aus dem Verkauf aus dem Onlineshop / Lagerbestand, bei Einkauf im Laden
  • 30 % des Umsatzes auf den Verkauf und die Bestellung von Neubüchern
  • 100 % des Umsatzes für Getränke und Suppe”

ich würde mich sehr freuen, wenn viele meiner leser_innen an diesem tag – zwischen 10.00 und 20.00 uhr – zum büchertisch kommen würden, um den carrotmob zu unterstützen. neben tee, kaffee und suppe erwartet euch ein begleitprogramm der bund jugend ab 14.00 uhr.

hier findet ihr weitere informationen zum 5. berliner carrotmob:

das wort vom tage als loblied auf drei bibliothekarinnen

im deutschlandradio kultur spricht am 25.10.2010 hans peter weigel das wort zum tage und singt dabei ein hohes lied auf den service von drei bibliothekarinnen.

Die drei Bibliothekarinnen, sie kommen mir vor wie Kriminalkomissarinnen, die keine Ruhe geben bevor sie nicht den Täter gefasst haben. Sie legen meinen Fall nicht einfach zu den Akten. Sie hatten mir im Moment nicht helfen können, doch in ihrem Langzeitgedächtnis arbeitet etwas weiter. Mein Problem beschäftigt sie und dann helfen sie eben später. …

zum nachhören: das wort vom tage am 25.10.2010

bitte meldet euch – künstler_innen der streetartaktion “ich liebe meine vagina” gesucht

am 14.10.2010 twitterte ich ein foto zur streetartaktion “ich liebe meine vagina”.

das foto habe ich in der bergmannstraße in berlin kreuzberg aufgenommen. kurz nach meinem tweet erhielt ich eine anfrage einer mitarbeiterin des bayrischen fernsehens (redaktion arte), ob ich die künstlerinnen der streetartaktion kennen würde, oder ob ich einen kontakt herstellen kann?

ich hoffe, dass es über die sozialen netzwerke gelingen wird, die urheber_innen der aktion zu finden und den kontakt zum bayrischen fernsehen herzustellen. also ihr lieben meldet euch bei mir im kommentarteil des blogs oder über twitter.

über eine weiterleitung der anfrage und eine verbreitung der suche freue ich mich sehr.

gespensteraustreibung in der new york public library

im lesesaal der new york public library wimmelt es nur so von gespenstern. zum glück gibt es zum schutz der nutzer_innen die ghostbusters:

mehr informationen zu dieser sehr gelungenen aktion im weblog improve everywhere – we cause scenes.

österreich bläst zur jagd auf den tierschutz – prozess gegen tierrechtler_innen

am heutigen tag beginnt in österreich ein prozess gegen 13 tierschützer_innen und tierrechtler_innen. die sendung hörbilder des orf berichtet in einem ausführlichen feature über die aktuelle situation und hintergründe zu dem undemokratischen verfahren, in dem die arbeit von nichtregierungsorganisationen durch den staat österreich kriminalisiert wird.

eine betroffene der staatlichen repressionen berichtet auf einer großdemo gegen den paragraphen über ihre aktuelle situation:

bei dem prozess wird der “mafiaparagraph” § 287a StGB “Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation” in stellung gebracht, um menschen die sich jahrelang für tierrechte eingesetzt haben mundtot und arbeitsunfähig zu machen.

Man wirft den Angeklagten vor, sie hätten durch ihre legale Kampagnenarbeit ihnen unbekannte Personen ideell und indirekt zu Straftaten motiviert. Es geht also um eine ideologische Sippenhaftung, um ein Gesinnungsdelikt. Man will den „Sympathisantensumpf“ angeblich radikaler Gesinnungen austrocknen, indem man legale AktivistInnen in ideologische Sippenhaftung nimmt. (Quelle)

der prozess wird durch aktivist_innen der tierrechtsbewegung dokumentiert. neben der ausführlichen darstellung des prozesses in einem weblog finden sich regelmäßig beiträge in einer facebookgruppe und bei twitter.

cirkus krone am pranger – doku über tierquälerei im zirkus

peta dokumentierte 2008 die zustände im cirkus krone. im fokus der aktivist_innen stand die tierhaltung in dem alten “unterhaltungsbetrieb”. der zirkus versuchte die ausstrahlung der dokumentation juristisch untersagen zu lassen. die unterlassungsklage die krone gegen peta angestrebt hatte, wurde nun in der ersten instanz abgewiesen.

peta setzt sich seit einiger zeit für ein generelles verbot von wildtieren im zirkus ein.

Bereits 2003 stimmte der Bundesrat in einer Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, insbesondere Affen, Elefanten und Bären könnten nicht artgerecht gehalten werden. Die vom Land Hessen ausgehende Gesetzesinitiative wurde von der Bundesregierung jedoch bis heute nicht umgesetzt. (Quelle)

die umstrittene dokumentation und hintergrundinformationen zum cirkus krone findet ihr hier: http://www.peta.de/circuskrone. weitere infos zur tierhaltung im zirkus bietet: http://www.zirkus-ohne-tiere.de.

warum ich keine piratenpartei wählen werde, aber im herzen ein_e pirat_in bin

kati piratin

kati piratin

nach dem wahlerfolg der schwedischen piratenpartei und der sich in der brd formierenden piratenpartei, war ich erfreut über diese bereicherung der politischen spielbühne. die zentralen anliegen dieser partei konnte ich unterschreiben. ich liebäugelte sogar damit in die partei einzutreten. doch in der auseinandersetzung zur frage meines eintretens in die piratenpartei, stellte ich mir zu den piraten immer mehr fragen und meine ersten versuche diese zu beantworten verbieten mir inzwischen dieser partei eine stimme für die kommende bundestagwahl zu geben. einerseits stören mich offensichtliche leerstellen im programm der partei und andererseits empfinde ich den umgang mit genderthemen als inakzeptabel. hier meine vier wichtigsten punkte für die stimmenverweigerung:

1. piraten kennen keine ökologischen themen

so sympathisch und notwendig mir die programmpunkte der piratenpartei zu aktuellen fragen der netzpolitik sind (urheber_innenrechte, förderung freier software, zensur, meinungsfreiheit, open access, …), um so irritierter war ich, dass ich im programm dieser partei keinen einzigen punkt zum thema umweltschutz finden konnte. eine “demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung”, wie sie die partei anstrebt, kann nur in einer welt entstehen, in der sich menschen kritisch mit ihrer umwelt auseinandersetzen und thematisieren inwieweit sie durch ihr handeln diese umwelt schädigen. das “die internetpartei” gerade in einer globalisierten  informations- und kommunikationsgesellschaft die fragen nach alternativen energiequellen, grüner it und fairem handel von z.b. informationstechnologien und dem müllexport von ausgedienten kommunikationsmaschinen in den süden ausspart,  macht sie für mich unwählbar und unglaubwürdig. diese themen muessten in meinem verständnis einer netzpartei, die sich “als Teil einer weltweiten Bewegung [versteht], die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will”, bereits als zentralle themen in das programm eingeschrieben sein.

2. wer weiß wofür piraten stimmen werden?

unter dem punkt themanwahl finden wir auf der homepage der piraten folgendes statement: “Wir denken erst und handeln dann: Wir möchten politisch nur vertreten, wovon wir auch etwas verstehen und keine Kompetenzen vorgeben, die wir noch nicht besitzen.” nehmen wir an, dass die piratenpartei den einzug in den bundestag schafft. dann stellt sich mir die frage, wie werden sich die piraten verhalten, wenn es um abstimmungen geht, die nicht in ihre kernbereiche fallen. ich denke da zum beispiel an folgende abstimmungen:

  • zur rechtlichen gleichstellung von homosexuellen lebensgemeinschaften mit der traditionellen ehe
  • zur stärkung der rechte von menschen mit beeinträchtigungen
  • zu gesetzen zur konsequenten rechtlichen gleichberechtigung der geschlechter
  • über die schnellere abschaltung von akw’s
  • über die rücknahme der hartzgesetze
  • änderung des renteneintrittsalters

ich kann meine stimme nicht blind an eine partei vergeben, wenn ich nicht absehen kann, wie sich diese partei bei mir wichtigen fragen entscheiden wird. oder werden sich piraten konsequenter weise generell enthalten, wenn themen abgestimmt werden, die nicht in ihrem programm enthalten sind?

3. piraten denken nicht an barrierefreiheit

die piratenpartei steht laut programm für”Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre”, doch wenn ich im programm der partei nach grundsätzen der barrierefreiheit suche, suche ich vergebens.  :-(

4. piratenpartei ist eine männerpartei

es ist im 21. jahrhundert, für mich, mehr als erstaunlich, dass sich eine partei zur wahl stellt und nur männliche kandidaten aufstellt. bereits zur europawahl wurden die piraten wegen der nominierung nur männlicher kandidaten häufig kritisiert. und trotzdem findet sich die situation im bundestagswahlkampf unverändert. anfragen zum anteil von frauen in der partei wurden bisher nicht beantwortet.

an einigen stellen lässt sich zusätzlich dazu eine nähe zu maskulistischen und antifeministischen männerbewegung aufzeigen. so verlinkt z.b. das weblog “genderama” des maskulisten arne hoffmann auf die piratenpartei.  ein weiteres beispiel für diese nähe findet sich im forum der partei, wo Maskulist schreibt:

Man kann Interesse für bestimmte Berufe oder Politik nicht “gendern”! Auch nicht bei den Piraten. Wir sollten eher aus der Not eine Tugend machen und anerkennen, daß die meisten Piraten und Piratenwähler Männer sind, und ihre männerspezifischen Probleme politisch bearbeiten. (Forum zum Thema Frauen und Piraten)

diese nähe von antifeministischen maskulisten und der piratenpartei ist für mich ein weiterer grund zu dieser organisation in eine kritische distanz zu treten. die diskussionen innerhalb des parteiforums zu den themen “frauen und piraten” und “piraten fast ohne frauen, klarmachen zum ändern” zeigen schnell auf, welche geschlechterbilder hier dominant sind. viele dieser dort geäußerten positionen machen für mich diese partei unwählbar.

warum ich im herzen pirat_in bin?

girls pirate camp

girl's pirate camp

trotz der derzeitigen verweigerung meiner stimme möchte ich auch auf vier punkte eingehen, warum ich mich im innersten den pirat_innen zugehörig empfinde. mein bezugspunkt ist hier nicht mehr der pirat der männerpartei, sondern ich beziehe mich direkt auf die namensgeber_innen dieser partei, sozusagen auf die urpirat_innen. bei den pirat_innen der meere gab es:

  • gendertrouble – weil historisch betrachtet die piraterie ein ort war, an dem einige frauen einen platz finden konnten, der ihnen ein leben jenseits der geschlechterordung ihrer zeit ermöglichte
  • kritisch und kämpferisch – pirat_innen stellten sich gegen herrschende moral und gesetze und segelten gegen den mainstream
  • demokratie und eigentum -  die schiffe der piraten gehörten allen und der kapitän wurde gewählt
  • soziales system – piraten entwickelten für verletzte eine art kranken – und invalid_innenrente

bei meiner verkürzten einschätzung zu den historischen pirat_innen beziehe ich mich auf das buch: piratinnen! das meer gehört uns von helga helsper. berlin: edition ebersbach 2004. eine wunderbare sendung zum thema piraterie bietet das chaosradio: Piraten – Über das Wesen, Unwesen und das soziale Gewissen der Freibeuter der Meere.

auch die piratenpartei lässt, was demokratisierung, transparenz und regelung des urheber_innenrechts mein herz höher schlagen. doch in punkten der sozialen sicherung und der geschlechtergerechtigeit stehe ich lieber mit beiden beinen an der reling auf hoher see, als auf den wellen der neuen netzpartei zu surfen.

xenius fragt sich, ob vegetarier_innen besser menschen sind

das arte magazin xenius geht der frage nach, ob vegetarier_innen bessere menschen sind?  die frage ist etwas krass und polarisierend, aber den beitrag kann ich sehr empfehlen. vor allem weil den argumenten des ernährungswissenschaftlers bulletendoktors rolf großklaus, dass vegane ernährung von kindern eine zumutung für die kinder ist, etwas entgegen gesetzt wird. besonderer dank an markus keller für die dringend notwendige erwiederung und relativierung des vorredners. die studien, die dr. rolf großklaus dort heranzieht, die würde ich sehr gern sehen :-) .

teil 1:

teil 2

teil 3

gefunden habe ich die videos im großartigen weblog der albert schweitzer stiftung.

die rechnung bitte – kampf der co2-emission bei germanwatch

“die rechnung” als erste umsetzung des videokurzfilmpreis von germanwatch kann sich sehen lassen.

Drei Freunde treffen sich in der Kneipe und berichten aus ihrem Leben. Auto, Urlaub, Energie und Ernährung ergeben ein buntes Klimasündenregister. Mit dem Auftreten der Kellnerin nimmt der Film eine überraschende Wendung…Das Drehbuch zu dem etwa vierminütigen Kurzfilm stammt von Heiner Rosch, Dirk Wenzel und Peter Wedel.

Letzterer inszenierte den Film mit Benno Fürmann, Bjarne Mädel, Christoph Tomanek und Ina Paule Klink in den Hauptrollen. (Quelle)

aber seht selbst:

weißsein in bibliotheken – änderung der personennormdatei (pnd) für may ayim

auf grund des protestes vom rechtsanwalt rüdiger helm musste der eintrag in der personennormdatei (pnd) zur dichterin may ayim geändert werden. may ayim wurde in der pnd als “Dt. Schriftstellerin aus Ghana stammend” geführt, obwohl sie in hamburg geboren wurde.

den protest und die antwort der deutschen nationalbibliothek dokumentiert der braune mob unter: Deutsche Nationalbibliothek berichtigt Eintrag zu May Ayim.

und ein blick in die wikipedia hätte diesen eintrag in die pnd sicherlich verhindern können.

vielleicht kann ausgehend von diesem beispiel eine neue und sicherlich notwendige diskussion zu rassifizierungen und weißsein im biliothekswesen (klassifikationen, normdateien, schlagwortlisten, thesauri, aufstellung, bestand, etc.) geführt werden. erste vorarbeiten gibt es ja bereits. so zum beispiel die magisterarbeit von ben witte mit dem titel: “Kritische Analyse von Benennungen und Begriffen in deutschsprachigen Schlagwortkatalogen, Klassifikationen und Thesauri”. ach ja -  diese wurde leider wieder aus dem opac der universitätsbibliothek der humboldt-universität entfernt äh “ausgesondert”.

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