tierrecht goes web2.0 : pig-vision – dokumentation aus dem leben eines schweines

Logo der Dokumentation

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ich habe selten eine so gelungene onlinekampagne gesehen, der es gelingt das mir wichtige thema tierrechte im internet spannend und vielfältig darzustellen. ziel des projektes ist es

den Konsument/innen mit dieser Kampagne die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen. Davon, dass hinter jedem Schnitzel im Supermarkt ein trauriges Schicksal steht.

der frage “wie lebt es sich als schwein” gehen menschen von united creatures nach, wenn sie in ihrem onlineprojekt pig-vision das leben von zwei schweinen dokumentieren.

Ferkel auf Spaltenboden

Ferkel auf Spaltenboden

Wie lebt es sich als Schwein in unserer modernen Gesellschaft, in der ein Schwein in erster Linie nur als Nutztier betrachtet wird?

Um dieser Frage nachzugehen, werden wir ein Schwein begleiten. Nennen wir es X 15. Von seiner Geburt, über die unterschiedlichen Stationen seines kurzen Lebens innerhalb eines österreichischen Mastbetriebs, bis hin zu dem Moment, der nötig ist, um Fleisch und Wurst herzustellen: Nach sieben Monaten in einer Halle wird X 15 ins Schlachthaus gebracht werden.

Sein Bruder, X 11, wird das Glück haben, ab dem Moment, wo er nicht länger bei seiner Mutter bleiben kann, ein fröhliches Leben im Kreise seiner Artgenossen auf einem Gnadenhof zu verbringen.

am 26 juni wurden x11 und x15 geboren und damit startet eine umfangreiche mehrmonatige dokumentation zur haltung von schweinen. diese doku wird einigen konsument_innen sicherlich die augen öffnen wird. statt der üblichen schlachtszenen können sich menschen über den verlauf eines schweinelebens (von geburt bis zum schlachten/gnadenhof) informieren und bekommen dadurch die chance ihre eigene speziesistische haltung grundlegend zu überdenken.

besonders gut gefällt mir die konsequente und gut gemachte einbindung des projektes ins das web2.0. dies sollte sicherlich für eine größere aufmerksamkeit sorgen, denn neben einem eigenen blog tummeln sich fans in facebook und XING, finden sich bilder bei flickr, videos bei youtube und aktuelle informationen bei twitter.

ich wünsche pig-vision viel erfolg und verfolge gespannt die entwicklung von x11 und x15. was meint ihr zu pig-vision?

weißsein in bibliotheken – änderung der personennormdatei (pnd) für may ayim

auf grund des protestes vom rechtsanwalt rüdiger helm musste der eintrag in der personennormdatei (pnd) zur dichterin may ayim geändert werden. may ayim wurde in der pnd als “Dt. Schriftstellerin aus Ghana stammend” geführt, obwohl sie in hamburg geboren wurde.

den protest und die antwort der deutschen nationalbibliothek dokumentiert der braune mob unter: Deutsche Nationalbibliothek berichtigt Eintrag zu May Ayim.

und ein blick in die wikipedia hätte diesen eintrag in die pnd sicherlich verhindern können.

vielleicht kann ausgehend von diesem beispiel eine neue und sicherlich notwendige diskussion zu rassifizierungen und weißsein im biliothekswesen (klassifikationen, normdateien, schlagwortlisten, thesauri, aufstellung, bestand, etc.) geführt werden. erste vorarbeiten gibt es ja bereits. so zum beispiel die magisterarbeit von ben witte mit dem titel: “Kritische Analyse von Benennungen und Begriffen in deutschsprachigen Schlagwortkatalogen, Klassifikationen und Thesauri”. ach ja -  diese wurde leider wieder aus dem opac der universitätsbibliothek der humboldt-universität entfernt äh “ausgesondert”.

auseinandersetzung mit WEIßSEIN

der braune mob weist auf ein gelungenes video hin, dass in die denke “kritischen weißseins” und in die auseinandersetzung mit weißsein und rassismus einführt. eine gute vorbereitung für den morgen startenden workshop zu “rassismus und weißsein” von maisha eggers und asiye kaya.

wäre der regenwald doch nur ein popstar – wie rinder den regenwald fressen

in der aktuellen studie von greenpeace “wie rinder den regenwald fressen” wird auf die systematische zerstörung des regenwaldes hingewiesen. dabei profitieren nicht nur die fleischkonzerne von der “rinderzucht”, sondern auch einige hersteller von kleidungs-, autozubehör-, kosmetik, lebensmittel- und sportartikeln.

Adidas, Reebok, Nike, Clarks, Geox oder Timberland – sie alle profitieren von günstigem Leder aus brasilianischen Regionen. Dort aber wird für die Rinderzucht der Urwald zerstört. Das ist das Ergebnis eines Reports, den Greenpeace zum Beginn der Bonner UN-Klimaverhandlungen am 1. Juni veröffentlichte. Rund 80 Prozent der abgeholzten Urwaldfläche im Amazonasgebiet werden als Weideland für die Rinderzucht verwendet. (Presseerkläung Greenpeace)

die taz berichtete anfang juni über die studie:

Die dreijährige Recherche der Umweltaktivisten hat sich gelohnt: So detailliert sind die Wege der Rinder von den Amazonasfarmen bis zu den Verbrauchern auf den Weltmärkten wohl noch nie dargestellt worden. Laut Greenpeace kaufen europäische Supermarktketten Rindfleisch aus Amazonien, das von “illegalen” Farmen stammt, darunter Aldi und Lidl. Bei der Fabrikation von Ledersitzen für Autos durch die US-Firma Ottawa Eagle, einem Zulieferer von BMW, komme Leder von Amazonasrindern zum Einsatz, ebenso bei der Sportschuhproduktion für große Markenfirmen wie Adidas, Reebok oder Nike in Asien. Seifen, Zahnpasta und Gesichtscremes enthalten Rinderfett, Gelatine wird bei der Herstellung von Jogurts und Süßigkeiten verwendet. “Kriminelle oder schmutzige Rinderbestände werden über die Lieferketten an einen ahnungslosen Weltmarkt gewaschen”, heißt es in dem Report. (taz)

ach – wäre doch der regenwald doch ein popstar und die welt würde überschüttet mit twitternachrichten, blogeinträgen, radio- und fernsehsondersendungen zum aktuellen sterben der wichtigen biotope. ach ja.

blob – partei für den bau der kaplický-bibliothek gegründet

Blobbyfestace #2

Blobbyfestace #2

deutschlandradio meldete gestern via twitter, dass sich in prag eine partei gegründet hat, deren ziel es ist den bau der umstrittenen kaplicky-bibliothek zu fördern und voran zu treiben.

Vor einem Jahr war der futuristische Entwurf des britisch-tschechischen Architekten Jan Kaplicky verworfen worden. Die Bibliothek sollte auf dem Prager Letna-Plateau gebaut werden. Wer hinter der neuen Partei steht, ist bislang unklar. Ihr Name allerdings ist schon bekannt: Blob – auf Deutsch Krake. Genauso heißt übrigens der Bibliotheksentwurf von Architekt Jan Kaplicky. (Quelle)

seit 2007 zieht sich nun der streit zum neubau der nationalbibliothek in prag nach einem entwurf vom architekten jan kaplický.

regelmäßig berichtet in deutscher sprache radio praha zum bibliotheksneubau:

betzha-ottenstein-preis für queeres buchprojekt

die badische zeitung meldet, dass das buchprojekt “queere (t)ex(t)perimente” beim freiburger dies universitatis ausgezeichnet wurde.

Auch der Bertha-Ottenstein-Preis (5000 Euro) ging an Studierende – die drei Gender-Studies-Studentinnen Jennifer Moos, Franziska Bergmann und Claudia Münzing wurden für die Herausgabe des Sammelbands “queere (t)ex(t)perimente” ausgezeichnet, in dem sich Wissenschaft und Kunst und Theorie und Praxis mischen. (badische zeitung)

herzlichen glückwunsch an die herausgeber_innen des transdisziplinären projektes.

wollen wir se rein lasse? – bildungsstreik und bibliotheken oder schweigen im bücherwald?

es ist unglaublich ruhig in den bibliotheken und in der biblioblogo/twittersphäre wenn es um den aktuell laufenden bildungsstreik geht. ich stelle mir dabei die gleiche frage wie libpirat:

kein bock auf bildungsstreik

kein bock auf bildungsstreik

bibliotheken propagieren seit jahren ein wichtiger ort für bildung und für den erwerb von (informations)kompetenzen zu sein. nun gehen diejenigen auf die straße, die zu den hauptnutzer_innen von vielen bibliotheken zählen und bieten inhaltliche steilvorlagen für bibliotheken in ihren forderungen. so fordern die studierenden an der humboldt-universität konkret:

Mehr Bücher und Dubletten für das Grimmzentrum! Für die Beibehaltung der
bisher gültigen Ausleihmodalitäten und die Ausweitung der Öffnungszeiten (Quelle)

oder der tagesspiegel berichtet:

Im Innenhof der HU hängen Studierende am Vormittag ihre Forderungen an eine symbolische „Klagemauer“: „Mehr Bücher für die Bibliotheken“ steht da auf kleinen Zetteln, „Anwesenheit muss freiwillig sein“, „Engagierte Dozenten“ oder „Früher war alles besser“.

doch was passiert in den bibliotheken? gibt es bibliotheken, die ihre räume den streikenden zur verfügung stellen? gibt es den dialog zwischen den bibliotheksleitungen und den streikenden? gibt es evtl. veranstaltungen zu fragen des wissens und der bildung im informationszeitalter, die von bibliothekar_innen im streik angeboten wurden? – oder herrscht ein schweigen im bücherwald, dem tempel des wissens, dem ort der bildung?

von den belgier_innen lernen heißt siegen lernen – veggietag in gent

Inside the Veggie Grill! by Ned Raggett

Inside the Veggie Grill! by Ned Raggett

die belgische stadt gent übernimmt eine vorreiterinnenrolle in bezug auf umweltbewußtsein und ernährung. in gent wird ab dem 14.05.2009  jeder donnerstag zum veggietag.

Konkret heißt das, dass das Tagesmenü Donnerstags in allen öffentlichen Schulen Gents ein vegetarisches sein wird. Außerdem erhalten alle 5.000 Mitarbeiter der Stadt einen vegetarischen Stadtplan, eine kostenlose vegetarische Kochbroschüre wird an alle 1.500 Restaurants verschickt, Kochkurse werden für Privatpersonen und für professionelle Köche angeboten und die von der Stadt betriebenen Restaurants haben ihr vegetarisches Angebot bereits vergrößert. (Albert Schweizer Stiftung)

ich bin begeistert, wie in gent auf forschungsergebnisse zur gesundheitsschädigenden wirkung von fleischverzehr und den umweltauswirkungen von massentierhaltung regiert wird und den bewohner_innen der stadt vegetarische ernährung näher gebracht wird.

das nenne ich eine weltfrauische stadt. hut ab und hoffentlich gibt es einige nachahmerinnen auch in der brd. vielleicht tritt ja berlin, frei nach dem motto “be berlin – be veggietag” ;-) , in die fussstapfen der innovativen ideengeberin.

erklärung zum veggietag auf der homepage der stadt

bibliohekar “wie er im buche steht” – wir sind alle erwachsen teil 2

ich hatte ja bereits über den kinofilm “wir sind alle erwachsenberichtet. heute morgen ist mir die folgende einschätzung zu albert dem bibliothekar unter die finger gekommen:

Albert ist ein Bibliothekar, wie er im Buche steht, der auch mit 46 Jahren noch nicht so recht gelernt hat, wie man etwas aus seinem Leben macht und der am Ferienort auf Wikingerschatzsuche gehen möchte. Anhand von Gedichten und mit Hilfe eines Metalldetektors verspricht dies für ihn der Höhepunkt eines Abenteuerurlaubs zu werden. Weit weniger kindisch verhält sich da schon seine noch minderjährige Tochter Jeanne, für die ein Abenteuer ein ganz anderes Kaliber haben muss(Quelle)

na ich bin gespannt, was über diesen film noch alles berichtet werden wird und freue mich auf den kinostart am 07. mai.

revolutionärer 1. mai – dgb für bibliotheken

in seiner rede zur maikundgebung setzt sich bernhard löffler (regionsvorsitzender) für den zugang zu  bibliotheken ein.

Der DGB tritt dafür ein, dass auch in Zukunft [...], dass sie

• bezahlbaren Zugang zu Kultureinrichtungen, Bibliotheken und Schwimmbädern u.ä. haben (Quelle)