kalender raus – gendercamp im mai 2010

zum gendercamp, dass vom 07.05. bis zum 09.05.2010 stattfinden soll, gibt es einen ersten trailer. also ihr lieben packt den kalender raus und den termin vormerken. wer bei der orga mitarbeiten will, kann sich im wiki zum gendercamp anmelden und fleißig mitarbeiten.

cirkus krone am pranger – doku über tierquälerei im zirkus

peta dokumentierte 2008 die zustände im cirkus krone. im fokus der aktivist_innen stand die tierhaltung in dem alten „unterhaltungsbetrieb“. der zirkus versuchte die ausstrahlung der dokumentation juristisch untersagen zu lassen. die unterlassungsklage die krone gegen peta angestrebt hatte, wurde nun in der ersten instanz abgewiesen.

peta setzt sich seit einiger zeit für ein generelles verbot von wildtieren im zirkus ein.

Bereits 2003 stimmte der Bundesrat in einer Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, insbesondere Affen, Elefanten und Bären könnten nicht artgerecht gehalten werden. Die vom Land Hessen ausgehende Gesetzesinitiative wurde von der Bundesregierung jedoch bis heute nicht umgesetzt. (Quelle)

die umstrittene dokumentation und hintergrundinformationen zum cirkus krone findet ihr hier: http://www.peta.de/circuskrone. weitere infos zur tierhaltung im zirkus bietet: http://www.zirkus-ohne-tiere.de.

warum ich keine piratenpartei wählen werde, aber im herzen ein_e pirat_in bin

kati piratin

kati piratin

nach dem wahlerfolg der schwedischen piratenpartei und der sich in der brd formierenden piratenpartei, war ich erfreut über diese bereicherung der politischen spielbühne. die zentralen anliegen dieser partei konnte ich unterschreiben. ich liebäugelte sogar damit in die partei einzutreten. doch in der auseinandersetzung zur frage meines eintretens in die piratenpartei, stellte ich mir zu den piraten immer mehr fragen und meine ersten versuche diese zu beantworten verbieten mir inzwischen dieser partei eine stimme für die kommende bundestagwahl zu geben. einerseits stören mich offensichtliche leerstellen im programm der partei und andererseits empfinde ich den umgang mit genderthemen als inakzeptabel. hier meine vier wichtigsten punkte für die stimmenverweigerung:

1. piraten kennen keine ökologischen themen

so sympathisch und notwendig mir die programmpunkte der piratenpartei zu aktuellen fragen der netzpolitik sind (urheber_innenrechte, förderung freier software, zensur, meinungsfreiheit, open access, …), um so irritierter war ich, dass ich im programm dieser partei keinen einzigen punkt zum thema umweltschutz finden konnte. eine „demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung“, wie sie die partei anstrebt, kann nur in einer welt entstehen, in der sich menschen kritisch mit ihrer umwelt auseinandersetzen und thematisieren inwieweit sie durch ihr handeln diese umwelt schädigen. das „die internetpartei“ gerade in einer globalisierten  informations- und kommunikationsgesellschaft die fragen nach alternativen energiequellen, grüner it und fairem handel von z.b. informationstechnologien und dem müllexport von ausgedienten kommunikationsmaschinen in den süden ausspart,  macht sie für mich unwählbar und unglaubwürdig. diese themen muessten in meinem verständnis einer netzpartei, die sich „als Teil einer weltweiten Bewegung [versteht], die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will“, bereits als zentralle themen in das programm eingeschrieben sein.

2. wer weiß wofür piraten stimmen werden?

unter dem punkt themanwahl finden wir auf der homepage der piraten folgendes statement: „Wir denken erst und handeln dann: Wir möchten politisch nur vertreten, wovon wir auch etwas verstehen und keine Kompetenzen vorgeben, die wir noch nicht besitzen.“ nehmen wir an, dass die piratenpartei den einzug in den bundestag schafft. dann stellt sich mir die frage, wie werden sich die piraten verhalten, wenn es um abstimmungen geht, die nicht in ihre kernbereiche fallen. ich denke da zum beispiel an folgende abstimmungen:

  • zur rechtlichen gleichstellung von homosexuellen lebensgemeinschaften mit der traditionellen ehe
  • zur stärkung der rechte von menschen mit beeinträchtigungen
  • zu gesetzen zur konsequenten rechtlichen gleichberechtigung der geschlechter
  • über die schnellere abschaltung von akw’s
  • über die rücknahme der hartzgesetze
  • änderung des renteneintrittsalters

ich kann meine stimme nicht blind an eine partei vergeben, wenn ich nicht absehen kann, wie sich diese partei bei mir wichtigen fragen entscheiden wird. oder werden sich piraten konsequenter weise generell enthalten, wenn themen abgestimmt werden, die nicht in ihrem programm enthalten sind?

3. piraten denken nicht an barrierefreiheit

die piratenpartei steht laut programm für“Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre“, doch wenn ich im programm der partei nach grundsätzen der barrierefreiheit suche, suche ich vergebens.  :-(

4. piratenpartei ist eine männerpartei

es ist im 21. jahrhundert, für mich, mehr als erstaunlich, dass sich eine partei zur wahl stellt und nur männliche kandidaten aufstellt. bereits zur europawahl wurden die piraten wegen der nominierung nur männlicher kandidaten häufig kritisiert. und trotzdem findet sich die situation im bundestagswahlkampf unverändert. anfragen zum anteil von frauen in der partei wurden bisher nicht beantwortet.

an einigen stellen lässt sich zusätzlich dazu eine nähe zu maskulistischen und antifeministischen männerbewegung aufzeigen. so verlinkt z.b. das weblog „genderama“ des maskulisten arne hoffmann auf die piratenpartei.  ein weiteres beispiel für diese nähe findet sich im forum der partei, wo Maskulist schreibt:

Man kann Interesse für bestimmte Berufe oder Politik nicht „gendern“! Auch nicht bei den Piraten. Wir sollten eher aus der Not eine Tugend machen und anerkennen, daß die meisten Piraten und Piratenwähler Männer sind, und ihre männerspezifischen Probleme politisch bearbeiten. (Forum zum Thema Frauen und Piraten)

diese nähe von antifeministischen maskulisten und der piratenpartei ist für mich ein weiterer grund zu dieser organisation in eine kritische distanz zu treten. die diskussionen innerhalb des parteiforums zu den themen „frauen und piraten“ und „piraten fast ohne frauen, klarmachen zum ändern“ zeigen schnell auf, welche geschlechterbilder hier dominant sind. viele dieser dort geäußerten positionen machen für mich diese partei unwählbar.

warum ich im herzen pirat_in bin?

girls pirate camp

girl's pirate camp

trotz der derzeitigen verweigerung meiner stimme möchte ich auch auf vier punkte eingehen, warum ich mich im innersten den pirat_innen zugehörig empfinde. mein bezugspunkt ist hier nicht mehr der pirat der männerpartei, sondern ich beziehe mich direkt auf die namensgeber_innen dieser partei, sozusagen auf die urpirat_innen. bei den pirat_innen der meere gab es:

  • gendertrouble – weil historisch betrachtet die piraterie ein ort war, an dem einige frauen einen platz finden konnten, der ihnen ein leben jenseits der geschlechterordung ihrer zeit ermöglichte
  • kritisch und kämpferisch – pirat_innen stellten sich gegen herrschende moral und gesetze und segelten gegen den mainstream
  • demokratie und eigentum -  die schiffe der piraten gehörten allen und der kapitän wurde gewählt
  • soziales system – piraten entwickelten für verletzte eine art kranken – und invalid_innenrente

bei meiner verkürzten einschätzung zu den historischen pirat_innen beziehe ich mich auf das buch: piratinnen! das meer gehört uns von helga helsper. berlin: edition ebersbach 2004. eine wunderbare sendung zum thema piraterie bietet das chaosradio: Piraten – Über das Wesen, Unwesen und das soziale Gewissen der Freibeuter der Meere.

auch die piratenpartei lässt, was demokratisierung, transparenz und regelung des urheber_innenrechts mein herz höher schlagen. doch in punkten der sozialen sicherung und der geschlechtergerechtigeit stehe ich lieber mit beiden beinen an der reling auf hoher see, als auf den wellen der neuen netzpartei zu surfen.

buben, baraban – kriminelle bibliothekarin in preisgekröntem film

beim filmfestival in locarno erhielt der film buben, baraban von aleksei mizgiryou den spezial- und regiepreis. die hauptdarstellerin, eine mittellose bibliothekarin, versucht sich mit dem verkauf von büchern aus dem bestand ihrer bibliothek über wasser zu halten.

Der Film spielt in Russland während der schwierigen Übergangsphase Ende der 90er Jahre. Erzählt wird von einer mittellosen Bibliothekarin, deren Liebe sich wegen eines Bagatelldelikts zerschlägt. (Quelle)

eine ausführliche besprechung des films findet sich bei outnow.ch. dort heißt es:

Bibliothekarin

Bibliothekarin

Sie ist Bibliothekarin, bewohnt eine sehr kleine Mietwohnung und versucht nebenbei ihren mageren und immer zu spät eintreffenden Lohn mit dem illegalen Verkauf von Büchern aus der Bibliothek aufzubessern. Anders kommt sie nämlich kaum über die Runden. Ihr trister Alltag hat sie abgestumpft und einzig ihre Berufskollegin holt sie zwischendurch aus ihrer Lethargie heraus. (outnow.ch)

trist, abgestumpft und letahrgisch – das klingt doch stark nach dem allseits bekannten und vielfach wiederholten bibliothekar_innenstereotyp- oder? und wie es sich für die graue maus gehört, wird sie von der „liebe“ entfesselt (frei zitiert nach monika bargmann).

ich bin gespannt auf den kinostart des films und werde sicherlich von meinen eigenen eindrücken hier im weblog berichten.

xenius fragt sich, ob vegetarier_innen besser menschen sind

das arte magazin xenius geht der frage nach, ob vegetarier_innen bessere menschen sind?  die frage ist etwas krass und polarisierend, aber den beitrag kann ich sehr empfehlen. vor allem weil den argumenten des ernährungswissenschaftlers bulletendoktors rolf großklaus, dass vegane ernährung von kindern eine zumutung für die kinder ist, etwas entgegen gesetzt wird. besonderer dank an markus keller für die dringend notwendige erwiederung und relativierung des vorredners. die studien, die dr. rolf großklaus dort heranzieht, die würde ich sehr gern sehen :-) .

teil 1:

teil 2

teil 3

gefunden habe ich die videos im großartigen weblog der albert schweitzer stiftung.

die rechnung bitte – kampf der co2-emission bei germanwatch

„die rechnung“ als erste umsetzung des videokurzfilmpreis von germanwatch kann sich sehen lassen.

Drei Freunde treffen sich in der Kneipe und berichten aus ihrem Leben. Auto, Urlaub, Energie und Ernährung ergeben ein buntes Klimasündenregister. Mit dem Auftreten der Kellnerin nimmt der Film eine überraschende Wendung…Das Drehbuch zu dem etwa vierminütigen Kurzfilm stammt von Heiner Rosch, Dirk Wenzel und Peter Wedel.

Letzterer inszenierte den Film mit Benno Fürmann, Bjarne Mädel, Christoph Tomanek und Ina Paule Klink in den Hauptrollen. (Quelle)

aber seht selbst:

gender is happening – die kurzfilmrolle : publikumsabstimmung

Copyright is for Losers

Copyright is for Losers

am freitag den 10.07. wurde im rahmen des gender is happening eine kurzfilmrolle zum thema „gender is happening“ präsentiert. 12 filme wurden von der jury nominiert, von denen drei filme als gewinner_innen des wettbewerbs gekürt wurden. herzlichen glückwunsch an die preisträger_innen.

nach der aufführung äußerte ich die kritik, dass die filmrolle unter einem copyright der heinrich-böll-stiftung präsentiert wurden, statt diese werke unter einer freien lizenz einer interessierten öffentlichkeit zur verfügung zu stellen. barbara unmüßig versicherte mir, dass sie sich um die frage der freien verfügbarkeit und der lizensierung kümmern würde. mal sehen, was daraus wird.

abstimmung

abstimmung

bereits bei der präsentation der preisträger_innen fragte ich mich, warum die jury sich genau für diese drei filme entschieden hat? die begründungen der preisvergabe leuchteten mir bei zwei filmen überhaupt nicht ein. nach einigen gesprächen mit anderen teilnehmer_innen hatte ich das gefühl, dass es nicht nur mir so ging.

leider gab es auch keine möglichkeit für das publikum einen film für die preisverleihung vorzuschlagen. ein vorgehen das ich sehr gut finde, um als filmemacher_in von einer größeren gruppe ein feedback zu erhalten und um das publikum in den entscheidungsprozess einzubinden.

nur gut, dass es das web2.0 gibt und es leicht ist im wordpressblog eine umfrage einzuarbeiten. und da es mich besonders interessiert welche filme euch/ihnen bei der präsentation der kurzfilmrolle am besten gefallen hat,  starte ich hier eine abstimmung. die auswahl von mehreren filmen ist möglich und  das ergebnis werde ich natürlich veröffentlichen.

auf ins rockcamp für mädchen im august 2009

der verein ruby tusday möchte

Mädchen zu ermutigen, ihre künstlerischen und musikalischen Fähigkeiten zu entdecken und ihnen Selbstvertrauen zu geben, aktiv und gleichberechtigt an der bislang männlich dominierten Musikwelt zu partizipieren. Unsere Vision ist es, dass sich mehr Mädchen auf Bühnen stellen – mit einem Instrument in der Hand oder einem Mikrofon – um all das zu sagen und auszudrücken, was Mädchen zu sagen haben: laut genug, dass ihnen zugehört wird! Darüber hinaus, wollen wir zeigen, dass Mädchen jenseits vorbestimmter Rollen und visuell verfügbarer Bilder wie z.B. auf MTV, Viva & Co. agieren können. Unser Ziel ist eine Musikszene, in der Frauen als selbst bestimmte Akteurinnen wahrgenommen werden.Als langfristiges Ziel will der Verein Mädchen und junge Frauen ermutigen und inspirieren, aktiv in der Musikszene teilzuhaben. (Quelle)

um die ziele des vereins durchzusetzen wird vom 2.08. bis zum 09.08.2009 ein rockcamp für mädchen im strombad (cottbus) angeboten. wer lust hat, kann sich noch für das camp anmelden.

weitere infos findet ihr unter:

tierrecht goes web2.0 : pig-vision – dokumentation aus dem leben eines schweines

Logo der Dokumentation

Logo der Dokumentation

ich habe selten eine so gelungene onlinekampagne gesehen, der es gelingt das mir wichtige thema tierrechte im internet spannend und vielfältig darzustellen. ziel des projektes ist es

den Konsument/innen mit dieser Kampagne die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen. Davon, dass hinter jedem Schnitzel im Supermarkt ein trauriges Schicksal steht.

der frage „wie lebt es sich als schwein“ gehen menschen von united creatures nach, wenn sie in ihrem onlineprojekt pig-vision das leben von zwei schweinen dokumentieren.

Ferkel auf Spaltenboden

Ferkel auf Spaltenboden

Wie lebt es sich als Schwein in unserer modernen Gesellschaft, in der ein Schwein in erster Linie nur als Nutztier betrachtet wird?

Um dieser Frage nachzugehen, werden wir ein Schwein begleiten. Nennen wir es X 15. Von seiner Geburt, über die unterschiedlichen Stationen seines kurzen Lebens innerhalb eines österreichischen Mastbetriebs, bis hin zu dem Moment, der nötig ist, um Fleisch und Wurst herzustellen: Nach sieben Monaten in einer Halle wird X 15 ins Schlachthaus gebracht werden.

Sein Bruder, X 11, wird das Glück haben, ab dem Moment, wo er nicht länger bei seiner Mutter bleiben kann, ein fröhliches Leben im Kreise seiner Artgenossen auf einem Gnadenhof zu verbringen.

am 26 juni wurden x11 und x15 geboren und damit startet eine umfangreiche mehrmonatige dokumentation zur haltung von schweinen. diese doku wird einigen konsument_innen sicherlich die augen öffnen wird. statt der üblichen schlachtszenen können sich menschen über den verlauf eines schweinelebens (von geburt bis zum schlachten/gnadenhof) informieren und bekommen dadurch die chance ihre eigene speziesistische haltung grundlegend zu überdenken.

besonders gut gefällt mir die konsequente und gut gemachte einbindung des projektes ins das web2.0. dies sollte sicherlich für eine größere aufmerksamkeit sorgen, denn neben einem eigenen blog tummeln sich fans in facebook und XING, finden sich bilder bei flickr, videos bei youtube und aktuelle informationen bei twitter.

ich wünsche pig-vision viel erfolg und verfolge gespannt die entwicklung von x11 und x15. was meint ihr zu pig-vision?

weißsein in bibliotheken – änderung der personennormdatei (pnd) für may ayim

auf grund des protestes vom rechtsanwalt rüdiger helm musste der eintrag in der personennormdatei (pnd) zur dichterin may ayim geändert werden. may ayim wurde in der pnd als „Dt. Schriftstellerin aus Ghana stammend“ geführt, obwohl sie in hamburg geboren wurde.

den protest und die antwort der deutschen nationalbibliothek dokumentiert der braune mob unter: Deutsche Nationalbibliothek berichtigt Eintrag zu May Ayim.

und ein blick in die wikipedia hätte diesen eintrag in die pnd sicherlich verhindern können.

vielleicht kann ausgehend von diesem beispiel eine neue und sicherlich notwendige diskussion zu rassifizierungen und weißsein im biliothekswesen (klassifikationen, normdateien, schlagwortlisten, thesauri, aufstellung, bestand, etc.) geführt werden. erste vorarbeiten gibt es ja bereits. so zum beispiel die magisterarbeit von ben witte mit dem titel: „Kritische Analyse von Benennungen und Begriffen in deutschsprachigen Schlagwortkatalogen, Klassifikationen und Thesauri“. ach ja -  diese wurde leider wieder aus dem opac der universitätsbibliothek der humboldt-universität entfernt äh „ausgesondert“.